Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.09.09, Florian Schmitz-Kahmen

Die gute Tat

Jeden Tag eine gute Tat. So lautet das Motto der weltweit größten Jugendbewegung, der Pfadfinder.

Es ist gut hundert Jahre her, dass der ehemalige englische General Sir Robert Baden-Powell das erste Pfadfinder-Camp eröffnete.

Jeden Tag eine gute Tat. Aber was ist eigentlich eine gute Tat? Wenn ich die Kassiererin im Supermarkt darauf hinweise, dass sie mir versehentlich zu viel Wechselgeld herausgegeben hat? Ist das eine gute Tat… oder einfach nur Ehrlichkeit?

Oder wenn ich  der alten Oma über die Straße helfe? Ist das eine gute Tat? Oder einfach nur Hilfsbereitschaft? Wenn ich meinem Freund sage, dass ich ihn liebe, ist das eine gute Tat? Oder einfach nur eine Selbstverständlichkeit? Scheinbar lässt sich gar nicht so genau sagen, was eine gute Tat ist. Oder doch?

In der Bibel lese ich [nach Mi 6,8]:
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist:
1. halte die Gebote.
2. übe Liebe.
3. lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!

Vor allem das Zweite finde ich schlau ausgedrückt. Das mit dem Üben. Weil man eben so schnell aus der Übung kommt. Üben sich an die Gebote zu halten. Üben zu lieben. Üben zu glauben.

Und weil noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, ich mich aber nach einem Stückchen Himmel auf Erden sehne, will ich üben. Und das ist dann wirklich eine gute Tat: An der die Kassiererin ihre Freude hat.Und die alte Oma. Mein Freund. Und ich selber.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Die gute Tat


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