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Ich möcht, dass einer mit mir geht (eg 209)
Choral (Strophe 1): Ich möcht, dass einer mit mir geht, ders Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht, dass einer mit mir geht.
Autor: Das Leben verstehen. Mein Leben verstehen und mich selbst. Das, liebe Hörerinnen und Hörer, ist und bleibt eine lebenslange Aufgabe für uns alle. Eine Aufgabe, die wir nicht allein lösen und bewältigen müssen. Wir alle leben in vielfältigen Beziehungen und Gemeinschaften. Und doch: Oft fühlen wir uns mitten unter ihnen so verlassen und einsam. Wir fühlen uns missverstanden und allein gelassen. Allein gelassen gerade jetzt, wo wir doch so dringend nach Gemeinschaft und Verständnis suchen.
Choral (Strophe 1): Ich möcht, dass einer mit mir geht, ders Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht, dass einer mit mir geht.
Sprecherin: Ich möcht, dass einer mit mir geht, ders Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht, dass einer mit mir geht.
Autor: Ich möcht', dass einer mit mir geht, heißt es in unserem Choral. Nicht: Ich möchte, dass einer mir vorangeht und mir meine Wege vorschreibt. Ich möchte, dass jemand mich versteht und mich durch alle Zeiten führt. Nicht: Ich möchte jemanden, der alles besser weiß und der mir meine Wege und Entscheidungen abnimmt.
Wir können und wollen nicht allein leben, lieben, arbeiten und glücklich sein. Aber wir können und wollen auch nicht ständig bevormundet und fremdbestimmt werden, nicht von Gott und nicht von anderen Menschen. Wir wollen neue, eigene Wege suchen und erproben.
Wie schön wäre es, wenn es da einen gäbe, der das versteht! Der mich versteht! Der alle Wege und Umwege meines Lebens mit mir geht. Der mich begleitet. Der`s Leben kennt und mich trotzdem meinen Lebensweg finden lässt.
Choral (Strophe 2): Ich wart, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht, der in den dunklen Stunden, mir verbunden. Ich wart, dass einer mit mir geht.
Sprecherin: Ich wart, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht, der in den dunklen Stunden, mir verbunden. Ich wart, dass einer mit mir geht.
Autor: Bedrängende Lebenssituationen spart der Choral nicht aus. Enttäuschungen, Trennungen, Schuld, Versagen und auch Todeserfahrungen gehören zu unserem Leben hinzu.
Gerade dann brauchen wir Menschen, die unser Leben teilen, die das Schwere mit uns tragen, die uns auch in unseren dunkelsten Stunden verbunden bleiben. Und doch: Keiner versteht unseren Schmerz. Niemand weiß, wie sehr und warum wir so leiden. Und wir warten, und wir hoffen doch, dass einer mit uns geht. Dass uns einer ehrlich verspricht: ich bin bei euch.
Choral (Strophe 2): Ich wart, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht, der in den dunklen Stunden, mir verbunden. Ich wart, dass einer mit mir geht.
Sprecherin: Siehe, siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Autor: Die Erfüllung unseres Wunsches nach Begleitung scheint für uns oft in unerreichbarer Ferne. Wer verzweifelt ist, sieht kein Licht am Ende des Tunnels. Der hört nicht die rettenden Worte: ich bin bei dir. Doch diese besondere Version des Chorals schenkt uns ein Hoffnungszeichen. Die dunklen Stunden unseres Lebens werden nicht gestrichen, aber eine alte Verheißung wird uns in Erinnerung gerufen. Die Musik klingt erst in unser Ohr und dann in unser Herz. Siehe, ich bin bei euch alle Tage verspricht der Gesang und übertönt die dunklen Stunden. Wir sind nicht alleine. Einen gibt es, der wird sein Versprechen einlösen und unsere Sehnsucht für immer stillen.
Choral (Strophe 3): Es heißt, dass einer mit mir geht, ders Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Es heißt, dass einer mit mir geht.
Autor: Es heißt, dass einer mit mir geht
Heißen klingt nach Verheißung. Unser Choral erinnert an die alten Erzählungen und vergegenwärtigt die alten Verheißungen der Heiligen Schrift:
Sprecherin: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt. (Mt 11,5) Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Mt 11,28) (
) Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. (Joh 14,27) Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Autor: Es heißt, da ist einer, der Gottes Reich auf unserer Erde erfahrbar werden lässt: Einer, der die Menschen so liebt, wie sie sind. Der Lachen und Weinen, Freude und Schmerz, Freundschaft und Verrat selbst durchlebt und durchlitten hat. Einer, der das Leben kennt und allen Menschen sein Geleit anbietet Männern und Frauen, Juden und Heiden, Fröhlichen und Verzweifelten. Es heißt, dass einer mit mir geht, ders Leben kennt, der mich versteht. Aber trauen wir den Verheißungen der Heiligen Schrift? Trauen wir uns, dem einen zu vertrauen, von dem uns die Bibel und unser Choral erzählen?
Choral (Strophe 4): Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist; er will durch Leid und Freuden mich geleiten. Ich möcht, dass er auch mit mir geht.
Sprecherin: Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist; er will durch Leid und Freuden mich geleiten. Ich möcht', dass er auch mit mir geht.
Autor: Christus ist der EINE, in dem alle unsere Wünsche und Hoffnungen münden. Christus, das ist ein anderer Name für Jesus von Nazareth: Christus ist derjenige, der das ganze Leben kennt. Und mehr noch: Der durch den Tod gegangen ist. Durch Gottes Macht den Tod besiegt hat. Christus ist auferstanden! Im Namen Jesu Christi können auch wir getrost unserem Tod entgegen gehen. Er will uns auch in unserer Todesstunde entgegenkommen und uns durch unseren Tod hindurch zum neuen Leben in Gottes ewigem Reich führen.
Choral: Strophe 4: (
) er will durch Leid und Freuden mich geleiten. (
)
Autor: Geleitet uns Christus, dann geleitet uns Gott. Vertrauen wir Christus, dann vertrauen wir auch Gott. Der Dichter und Komponist dieses Liedes, Hanns Köbler, hat so vertraut. Deshalb hat er das Lied geschrieben. Selbst in seiner Todesstunde hörte er seinen tröstenden Choral. Wenn Christus mit uns geht, dann können auch wir getrost sterben. Und gesegnet leben.
Choral (Strophe 4): Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist; er will durch Leid und Freuden mich geleiten. Ich möcht, dass er auch mit mir geht.
Sprecherin: Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Musikinformation: Es sang unter anderem die Knabenkantorei der Wuppertaler Kurrende unter der Leitung von Heinz Rudolf Meier.
Ich möcht, dass einer mit mir geht (eg 209)
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