Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

29.08.09, Klausmeier-Saß

Alexandras Heimat

O-Ton Alexandra: „Ich bin in Omsk geboren. Das liegt hinter dem Ural – Gebirge. Ich hab viele Erinnerungen, als ich klein war, also mein Opa hat nen Kleingarten,

da liegt sozusagen meine ganze Kindheit.

Sprecher: Alexandra ist 18. Vor 15 Jahren ist sie mit ihren Eltern aus Russland ausgewandert. Die Familie hat damals viel durchgemacht: Den Aufbruch ins Ungewisse. Dann den Neuanfang in Deutschland. Alexandra hat viele Verwandte und Freunde in Russland zurücklassen müssen. Deshalb fährt sie mit ihrer Familie noch regelmäßig zu Besuch in ihre Geburtsstadt.

O-Ton Alexandra: Das ist so, wenn ich in Russland bin, ich hab da auch ein paar Freunde, und die sagen dann immer ‚Ö – das ist ne Deutsche, wenn ich in Deutschland  wieder bin, dann sagen alle, ich bin ne Russin’. So bin ich nirgendwo zuhause.

Sprecher: Eigentlich will Alexandra sich auch gar nicht festlegen, wo oder was jetzt „Heimat“ ist:

O-Ton Alexandra: Heimat? Das kann ich nicht so genau sagen. Meine Heimat liegt auch in Deutschland, weil ich in Deutschland groß geworden bin.. Es gibt auch viele Erinnerungen hier in Deutschland, die mir ans Herz gewachsen sind.“

Sprecher: Alexandra findet, dass das Schubladendenken nach so vielen Jahren aufhören müsste. Schluss mit dem „Du bist Russin!“ oder „Du bist Deutsche!“. Was Alexandra sich am Sehnlichsten wünscht?

O-Ton Alexandra: Mehr Offenheit. Uund die Leute mehr in die Arme schließen, weil man nicht weiß, was die durchgemacht haben.

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag Alexandras Heimat


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