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Das letzte Mal
An das erste Mal können sich die meisten von uns erinnern. Das erste Mal, dass ich ohne Stützräder Fahrrad gefahren bin. Wie ein Blitz bin ich meinem Vater davon geflitzt.
Und an den ersten Kuss auf der Sommerfreizeit kann ich mich natürlich erinnern. Ich war total erstaunt, dass da Zähne im Mund sind
Mit dem letzten Mal ist das anders. Es bleibt meist weniger in unserer Erinnerung haften. Warum ist das so?
Vielleicht, weil wir auf das erste Mal oft lange hinfiebern, uns sorgsam vorbereiten. Das letzte Mal kommt oft überraschend. Dass es ein letztes Mal war, wird oft erst rückblickend bewusst. Etwa, dass es ein letztes Mal war, dass ich mit meinem Opa einkaufen gegangen bin. Erst als es kein nächstes Mal gab, bekam dieser bis dahin wenig beachtete Einkauf eine besondere Würde. Als es kein nächstes Mal gab.
Das letzte Mal hat keine Wiederholung. Beim letzten Mal schließt sich eine Tür und taucht bisher Alltägliches in ein sanftes Licht.
Ich glaube, dass unser Leben an Qualität gewinnt, wenn wir nicht alles für wiederholbar halten. Im Bewusstsein, dass das Leben begrenzt ist, verliert das, was uns jetzt groß erscheint, an Gewicht. Leben lässt sich nicht nachholen, nicht auf später verschieben. Leben geht nur: jetzt.
Sprecherin: Christiane Birgden
Das letzte Mal
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