Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

01.08.09, Pastor Christof Lenzen

Wellness für die Seele - das Feiern

Was schließen wir eigentlich daraus, dass Jesus ein Freund des guten Weines war? Man überliest das im Neuen Testament so leicht -

aber eine von Jesus ersten öffentlichen Handlungen ist, dass er erstklassigen Wein in Massen erzeugt. Auf einer Hochzeit, auf der zu später Stunde der Wein ausgegangen war. Immerhin 600 Liter Weinnachschub ist das Ergebnis des ersten Wunders Jesu! Das passt gar nicht so in das Bild von einem asketischen und enthaltsamen Jesus hinein, das in manchen Zeiten und Kreisen gepflegt wurde.

Nein! Jesus hat gerne gefeiert und gegessen und geredet und genossen. Jüdische Feiern - das ist die pure Lebensfreude voller Musik und Tanz. Voller Lachen und Weinen. Und gleichzeitig voller geistlicher Tiefe und Symbolkraft. Jüdische und somit auch biblische Feiern dienen nicht der Flucht vor dem Alltag - sondern scheinen im Leben verankert zu sein und deuten gleichzeitig auf etwas anderes hin: auf die Feier Gottes und des Lebens, das er geschenkt hat!

Krasser Bruch: Thema Komasaufen! Den billigen Wodka an den Hals setzen und in wenigen Sekunden herunterkippen. Diverse Videos zeigen im Internet diese sogenannten Heldentaten. Feiern bis zum Augenstillstand. Sich die Birne zukippen. Feiern als Flucht vor dem öden Leben, das entweder überfordert oder aussichtslos ist. Dass solches Feiern nicht gerade Wellness für die Seele ist und nicht mal den Körper begeistern dürfte - das versteht sich von selbst…

Was ich nun überhaupt nicht möchte und auch nicht leiden kann: dass jetzt einige Christen ankommen und den Zeigefinger moralisierend schwenken. Wie könnt ihr nur, ihr bösen, bösen Jugendlichen! Christen sind ja nicht gegen etwas, sondern für etwas, das gut tut! Die Bibel zeigt uns Feiern und Feste, die uns mit dem Leben, mit Gott, mit anderen Menschen verbinden und gleichzeitig voller Bedeutung sind! Ja, das große Bild für die neue Welt, für die Ewigkeit mit Jesus Christus ist: ein Fest, ein Hochzeitsmahl, die größte Feier aller Zeiten. Mit Jesus Christus im Mittelpunkt! Als Gastgeber! Und auch da wird es nicht nur Himbeerbrause geben…

Christen sollten echte Feiern vorleben und nicht mit herunter gezogenen Mundwinkeln durch die Gegend laufen! Feiern voller Sinnlichkeit und voller Lob Gottes. Voller Genuss der guten Gaben Gottes und voller Lebensfreude und -kraft. Feiern, auf denen geweint und gelacht werden darf. Auf denen es Raum für laute Überschwänglichkeit gibt, aber auch für nachdenkliche Töne. Feiern, auf denen nicht betäubt wird, sondern befähigt wird.

Ich kenne solche Feiern. Und am nächsten Morgen wartet nicht der Kater neben dem Kopfkissen und kratzt am dicken Kopf. Stattdessen denkt man zurück und fühlt sich trotz des zu wenigen Schlafes stärker und froher als zuvor. Denn die Feier mit Gott im Mittelpunkt - die tut einfach gut! Lass dich einladen zur Feier deines Lebens!

Audiobeitrag Wellness für die Seele - das Feiern


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