Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.07.09, Pfarrer Martin Vogt

Blaue Stunde

Musik: Pe Werner, „Blaue Stunde“ von der CD „Los!“ (1993), Track 13. LC: 1109. Musik: Manchmal möcht’ ich nur so sitzen. Träumend aus dem Fenster schau’n, Herzen in den

Rahmen ritzen wie in einen jungen Baum …

Autor: Das hat was - einfach mal nur da sitzen. Nichts machen, nichts bewerkstelligen, nichts auf die Reihe kriegen. Nur da sein, für sich selbst und für diesen Moment. Den Gedanken nachhängen. Oder an jemand denken, den man lieb hat.

Musik: … und an die beschlag’nen Scheiben, die ausseh’n wie in Milch getaucht “Ich lieb’ dich” mit dem Finger schreiben.
Du hast den Worten Leben eingehaucht. Das ist meine blaue Stunde - mehr als Laune einer Frau. Blaue Stunde.

Autor: Die Sängerin Pe Werner wirbt dafür, sich zwischendurch eine Auszeit zu gönnen. Eine “Blaue Stunde”, wie sie es nennt. Also eine Zeit, in der man irgendwas machen kann, was einem gerade gut tut. Wo man die Arbeit für eine Weile ruhen lässt, die Besorgungen noch etwas vor sich herschiebt, die Pläne in die Warteschleife schickt. Und sei es nur für ein paar Minuten:

Musik: Blaue Stunde - und die Vernunft macht blau …Ehrenrunde für die Phantasie - uferlose Lethargie.

Autor:  In der Tat ist so eine Auszeit mehr als die Laune einer Frau oder eines Mannes. Sie ist eine Hilfe. Eine Hilfe, um zur Ruhe zu kommen, zu entspannen oder - wenn Sie’s gerne neudeutsch möchten - zu “chillen”. Man kann die Welt draußen lassen und drinnen zum Beispiel gute Musik hören.

Musik: Regen sammelt sich in Pfützen und im Radio „Wish you were here“

Autor: Eine blaue Stunde ist aber nicht nur eine Auszeit. Sie hilft uns auch, mal etwas anderes wahrzunehmen als unseren Alltagstrott. Kleinigkeiten wie Regenpfützen. Oder große Dinge wie den Himmel.

Musik: Manchmal möcht’ ich nur so sitzen. Staunend in den Himmel schau’n …

Autor: So ein Blick in den Himmel kann uns auch daran erinnern, dass Gott uns solche blauen Stunden gönnt. Gott ist kein Sklaventreiber, der das Optimum an Leistung aus uns herausholen möchte. Nicht umsonst hat Gott den Feiertag eingerichtet - also einen Tag, an dem wir nicht arbeiten sollen, den wir vielmehr für uns und unsere Bedürfnisse nutzen können. Einen Tag, an dem Zeit ist für schöne Dinge. Für den Himmel in jeder Form.

Musik: Löcher in die Decke starr’n und in Luftschlössern verharr’n, bis du wieder bei mir bist, mich aus meinen Träumen küsst. Blaue Stunde mehr als Laune einer Frau Blaue Stunde und die Vernunft macht blau Ehrenrunde für die Phantasie

Audiobeitrag Blaue Stunde


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