Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

31.07.09, Christiane Birgden

Johannisbeeren

Johannisbeeren – eigentlich mag ich die gar nicht. Aber so schmeckt für mich der Sommer. In der Grundschule hatte ich eine Freundin und die hatte einen Onkel

und der hatte eine Gärtnerei. Im Sommer waren wir oft dort und halfen Johannisbeerenpflücken. Das taten wir gern, denn wir durften von den süß-sauren Früchten so viel essen, wie wir wollten. Angesichts der endlosen Reihen von Beerenbüschen fiel das, was wir aßen, nicht wirklich ins Gewicht und so war’s ein guter Deal für beide.

Also pflückten wir, pflückten, bis sich die Körbe füllten. Zunächst quatschten Antje und ich wir noch, was Grundschülerinnen eben so zu bequatschen haben, aber dann wurden wir immer stiller, weil die vordergründig eintönige Arbeit uns immer ruhiger werden ließ. Erst die tief stehende Sonne erinnerte uns daran, dass wir nach Hause mussten.

Wenn ich heute Johannisbeeren esse, ist diese Zeit ganz nah. Und es ist klar, dass sich diese Zeit nicht zurückholen lässt. Eine Zeit, in der es so gut wie keine Termine und To-di-Listen gab. Dennoch empfinde ich es als wunderbares Geschenk Gottes, dass er uns in Geschmäckern, Gerüchen und Klängen längst vergangene Zeiten vergegenwärtigt, deren Unbeschwertheit noch heute heilsam für uns ist. Und das tut einfach gut

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Johannisbeeren


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