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Josef Jakobson
Er war eine schillernde Figur. So wie die, die in den vergangenen Jahren Schlagzeilen gemacht haben. Migrantenkind. Früh im Gefängnis.
Danach ein atemberaubender Aufstieg in Politik und Wirtschaft. Schließlich Ministerpräsident.
In zwei Punkten unterschied er sich jedoch von den bekannten Oligarchen und von den zwielichtigen Gewinnlern der gesellschaftlichen Umbrüche. In der gegenwärtigen Krise kann er deshalb zum Vorbild werden. Aber der Reihe nach.
Josef Jakobson stammte aus einer jüdischen Siedlerfamilie. Das zwölfte von dreizehn Kindern. Sein Vater war im Heiligen Land geboren, seine Mutter aus der südlichen Türkei eingewandert. Von klein auf hatte er davon geträumt, etwas Besonderes zu werden. Mit den älteren Brüdern hatte er sich deshalb zerstritten. Und die hatten ihn daraufhin einer Bande von Menschenhändlern überlassen.
So war er nach Ägypten gekommen. Dort musste er im Haushalt eines hohen Beamten arbeiten. Dessen Frau hatte den Migrantenjungen verführen wollen. Als er nicht mitspielte, hatte sie ihn verleumdet und ins Staatsgefängnis gebracht.
Dort hatte Jakobson politische Häftlinge kennen gelernt. Unter anderem zwei ehemalige Minister. Sie wurden verdächtigt, ein Attentat auf den Staatschef verübt zu haben. Josef Jakobson setzte alles auf eine Karte und sagte dem einen voraus, dass er bald wieder frei käme. Dem anderen prophezeite er seine Hinrichtung.
Die Voraussagen trafen ein. Der eine Minister wurde hingerichtet, der anderer erhielt sein Amt zurück und Jakobson hatte einen neuen Förderer. Für zwei Jahre blieb er jedoch noch im Gefängnis und sein Gottvertrauen wurde weiter auf die Probe gestellt. Dann kam es zu den bemerkenswerten Ereignissen im Präsidentenpalast, die ihn berühmt machten.
Jakobson wurde direkt aus dem Gefängnis ins Büro des Staatschefs gebracht. Ihm wurde ein Beraterposten in Aussicht gestellt, wenn er sich bewähren würde. Der Präsident brauche einen kompetenten Mitarbeiter, der seine Visionen ins Alltagsgeschäft umsetzen könne. Später wurde kolportiert, dass der Präsident Träume gehabt hatte. Vagen Unsinn von zwei mal sieben Kühen, die sich gegenseitig auffraßen. Die bisherigen Berater hatten resigniert und den Staatschef für unzurechnungsfähig erklärt. Jakobson dagegen ergriff die Chance, die ihm sein Förderer vermittelt hatte.
Er überzeugte den Präsidenten, dass mehrere Jahre mit starkem Wirtschaftswachstum bevorstehen. Gleichzeitig warnte er, dass dabei eine Blase entstehen könne, die spätestens nach sieben Jahren platzen werde. Um für die Krise gewappnet zu sein, musste während des Booms besonnen gewirtschaftet werden. Die Steuern mussten erhöht werden, um nachhaltige Rücklagen zu bilden.
Jakobson selbst war mit der Umsetzung dieser Politik beauftragt worden. Er wurde zur rechten Hand des Staatschefs. Dass er selbst dabei zu märchenhaften Reichtum kam, störte niemanden. Spätestens, als die Krise tatsächlich kam, war er zu einer bewunderten Autorität geworden.
Das ist der erste Punkt, der ihn von den gewöhnlichen Wirtschaftsgrößen unterscheidet: seine Weitsicht, seine Besonnenheit, seine Mäßigung. In Wachstumszeiten nicht vollmundig zu verteilen. Sondern den nächsten Abschwung im Auge zu behalten und verantwortlich zu wirtschaften.
Der zweite Unterschied ist, dass seine Geschichte schon in der Bibel erzählt wird. Josef ist der Sohn des Patriarchen Jakob im Ersten Buch Mose.
Josef Jakobson
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