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Urlaub hat seine Zeit
O-Ton : Der Lehrer fühlt sich zu Beginn der Ferien etwas abgeschlafft ... aber in freudiger Erwartung auf das, was kommt.
Autor: Dirk Kühlert ist Studiendirektor an einem Kölner Berufskolleg. Zuständig für Azubis des Maler- und Lackiererhandwerks. Für ihn, wie für alle Lehrerinnen und Lehrer, haben in dieser Woche die Sommerferien begonnen. Anstrengende Wochen liegen hinter ihm:
O-Ton: Die letzten Wochen waren wie jedes Schuljahr geprägt vor allem durch zwei Dinge: zum Einen durch die Gesellenprüfung, die die letzten vier Wochen lief und zum Zweiten durch die Stundenplanung für das neue Schuljahr.
Autor: Lehrerinnen und Lehrer werden oft um die langen Ferienzeiten beneidet. Ein Blick auf Dirk Kühlerts Ferienplanung korrigiert das Vorurteil:
O-Ton: Leider beginnen keine sechseinhalb Wochen Ferien... ich persönlich werde 3 Wochen nach Griechenland fahren mit meiner Familie. Wenn ich wieder da bin, werde ich mich (...) auf das neue Schuljahr vorbereiten.
Autor: Nun aber ist das Schuljahr erst einmal geschafft. Die Ferien sind erreicht. Mit welchen Gefühlen Dirk Kühlert in diesen Tagen lebt?
O-Ton: Die Ferien beginnen mit dem Gefühl, dass alles von mir abfällt und zwar im ersten Moment von mir abfällt. Das heißt: mit Beginn des ersten Ferientages kann ich, glaube ich, auch Schule hinter mir lassen.
Autor: In der ersten Hälfte der Woche noch voll im Dienst, in der zweiten schon voll in den Ferien. Wie das gelingen kann?
O-Ton: Ich glaube, für mich liegt es auch viel an dem Stellenwert, dem ich Arbeit zumesse. Arbeit ist wichtig und Arbeit ist gut für mich. Aber ich glaube, Arbeit darf auch nicht überbewertet werden.. Und tagtäglich mit den Problemen der Auszubildenden, konfrontiert zu werden, kann unter Umständen sehr belastend sein. Und da muss man einfach für sich klare Grenzen schaffen.
Autor: Die Arbeit ernst nehmen, aber nicht überbewerten. Klare Grenzen ziehen zwischen Arbeitsleben und Privatleben. Wie sagt Kohelet, der Weise aus der Bibel: Alles hat seine Zeit eine Zeit zum Pflanzen und eine zum Ernten, eine Zeit zum Reden und eine Zeit zum Schweigen. (Der Prediger Salomo, Kap. 3, 1 9) Dirk Kühlert scheint diese Weisheit für sich umgesetzt zu haben:
O-Ton: Ich fühle es so, als wär es völlig frei und zwar vom ersten Moment an. D.h., wenn ich dann den Flieger nach Athen besteigen werde, dann bin ich sicher, es war in den letzten Jahren immer so wird Schule kein Thema mehr sein. Weder innerlich, noch äußerlich. Und das ist gut so.
Autor: Klare Grenzen zwischen Pflicht und Kür, Anspannung und Entspannung. Wissen, was an der Zeit ist. Was einem gut tut. Deswegen die Empfehlung:
O-Ton: dass man sich letztendlich vorher überlegt, was tut mir wirklich gut und was hilft mir, zu entspannen? Das (...) mag bei einem jetzt Sport sein ich liege einfach gerne nur rum und lese. Das mag die Beschäftigung mit sich sein auch das ist sicherlich was, was ich brauche. Das Alleinsein auch über Phasen. Aber genauso natürlich auch das Zusammensein mit meiner Familie, meinen Kindern, meiner Frau.
Urlaub hat seine Zeit
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