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Ferien, endlich Ferien!
Heute ist alles anders. Denn heute beginnen die Sommerferien. Um zehn oder elf, spätestens um zwölf Uhr ist der Spuk vorbei.
Dann haben auch die letzten Kinder den Schulhof verlassen. Welch ein Aufatmen! Auch bei den Lehrerinnen und Lehrern und nicht zuletzt bei uns Eltern. Morgens keine Hetze, um die Kinder rechtzeitig aus den Federn zu treiben, mittags keine Hiobsbotschaften und auch abends kann man relaxed darüber hinwegsehen, dass die Kinder noch kurz vor Mitternacht durch das Haus schluffen und wieder mal keine Vokabeln gelernt haben.
Ferien zu bekommen, Urlaub zu haben das ist einfach nur herrlich: Ich darf tun, was mir heute gefällt. Darf mir rosa Wolken in den Himmel träumen oder in arabischer Musik versinken. Darf für Stunden entfliehen in dunkle Krimiwelten, um erst dann wieder aufzutauchen, wenn der Mörder überwältigt ist. Dazu ausgiebig frühstücken, mit Freunden in die Nacht hinein quatschen, mit den Kindern Karten spielen, die Glühwürmchen funkeln sehen.
Seit vielen Jahren habe ich einen Lieblings-urlaubs-bibel-text. Da ist vom Himmel die Rede, wen wundert das, genauer gesagt, von den Vögeln am Himmel, die alle Sorgen in den Lüften hinter sich lassen.
Darum sage ich Euch: Sorgt nicht um Euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid Ihr denn nicht viel mehr als sie?
Mir gefällt besonders der letzte Satz dieser Worte, die Jesus zu seinen Freundinnen und Freunden gesagt haben soll: Seid Ihr denn nicht viel mehr als sie.
Ja, im Urlaub, da will ich neue Seiten an mir entdecken oder zumindest andere Facetten von mir zum Leuchten bringen. Eine Radtour machen und abends glücklich erschöpft unter dem Sternenhimmel sitzen. In einem Café verweilen und mich freuen an dem, was meine Augen sehen. Mal wieder einen Brief schreiben, einen richtigen Brief, keine email, keine sms. Wie lange ist das eigentlich her? Alleine in eine schöne alte Kirche gehen und mich dort meinen Gedanken aussetzen. Beten, eine Kerze anzünden, mich verbunden fühlen mit Menschen, die ich liebe.
Meine Erfahrung dabei ist und so verstehe ich auch diesen Bibeltext. Es geht nicht darum, völlig exotische Dinge zu tun. Es geht nicht darum, pausenlos auf Achse zu sein oder Unmengen Geld auszugeben. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, mir Zeit zu nehmen, zu genießen. Das zu genießen, was vor meinen Augen ist. Das kann sehr wenig sein, vielleicht nicht mehr als das Zwitschern der Vögel unter dem Himmel oder das Leuchten der ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen. Aber wenn ich mir die Zeit gönne, wenn ich hinschaue, staune und genieße, wird aus allem ein klein wenig mehr. Wird aus wenigem viel. Wird das Leben intensiv!
Ferien, endlich Ferien!
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