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Ein Herz für Kröten
Wer schon mal mit dem Auto über Land fährt, kennt diese Warnschilder: Rotes Dreieck, in der Mitte eine Kröte.
Wo diese Schilder aufgestellt sind, soll man etwas vorsichtiger fahren. Viele Krötenarten sind vom Aussterben bedroht und müssen geschützt werden. Zum Beispiel, indem man sie nicht einfach platt fährt. Eine Busfahrerin aus Bayern hat sich das zu Herzen genommen. Als sie abends ihren Bus über eine Landstraße steuert, taucht vor ihr im Scheinwerferlicht eine dicke Kröte auf. Obwohl der Bus schon Verspätung hat, hält die Fahrerin an. Mit einem Stück Pappe bewaffnet geht sie nach draußen und schaufelt die Kröte in den Straßengraben.
Ein paar Tage später bekommt die Busfahrerin Post von der Verkehrsgesellschaft, ihrem Arbeitgeber. Ein Fahrgast, der bei der Krötenrettung dabei war, hatte sich über sie beschwert. Statt ihre Verspätung wieder rauszuholen, habe sie absichtlich noch mehr Zeit verplempert. Wer so was mache, habe offensichtlich den falschen Job.
Doch das sahen viele anders. Als der Fall bekannt wurde, protestierten Naturschutzverbände und viele Fahrgäste gegen die Entlassung der Busfahrerin. Sie alle fanden es richtig, dass die Frau wegen der Kröte angehalten hatte. Zwei, drei Minuten sollte uns ein Mitgeschöpf schon wert sein, meinte ein Umweltschützer.
Inzwischen ist die Verkehrgesellschaft zurückgerudert. Sie hat der Busfahrerin angeboten, wieder zu fahren. Auf einer anderen Linie, auf der es weniger Kröten gibt.
Sprecher: Michael Birgden
Ein Herz für Kröten
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