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Florence und die Kindernothilfe
O-Ton: Als ich vierzehn war, sind meine Eltern an Aids gestorben und ich war plötzlich ganz alleine mit meinen beiden kleinen Brüdern. Der Jüngere war sogar noch ein Baby.
Autorin: erzählt Florence Nasamula aus Uganda. Ganz allein in einer zerfallenen Hütte, im Garten nur ein paar Stauden mit Kochbananen. Das war alles was ihre Eltern ihnen hinterließen. Ihr letztes Geld hatten sie ausgegeben für einen Heiler, doch vergeblich. Florence und ihre Brüder sind nur drei von 2 Millionen Aidswaisen. Doch Florence hatte Glück. Die Frauen im Dorf haben sich um sie gekümmert, ihnen was zu essen gegeben, sie regelmäßig besucht. Und dann wurden sie entdeckt von Kitovu mobile, einer Partnerorganisation der Duisburger Kindernothilfe, die sich um Aidswaisen kümmert.
O-Ton: Es war wie eine plötzlich Erscheinung. Ich bin mir sicher, Gott hat die Kindernothilfe geschickt.
Autorin: Das war 1985. Ein Foto aus dieser Zeit zeigt Florence mit kurz geschorenen Haaren und tief traurigen Augen. Ihr Blick geht ins Leere. An jeder Hand einen Bruder mitten im Busch. Mutterseelen allein. An einem Gott verlassenem Ort. Man kann sich nicht vorstellen, dass diese strahlende Frau vor einem mit ihren schwarzen Locken und ihrem bunten Gewand das Mädchen von damals sein soll. Was hat ihr die Kraft gegeben durchzuhalten, nicht aufzugeben.
O-Ton: Florence singt und sagt: Ich habe viel gebetet, sehr viel gebetet. Und den lieben Gott gebeten, dass er mich, der er mich in diese Situation gebracht hat, auch wieder herausholt. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass er das kann.
Autorin: Florence sollte Recht behalten. Gott hat sie wieder herausgeholt aus dem Elend, sie und ihre Brüder Ronald und Godfrey. Dank der Kindernothilfe hat Florence eine Traumatherapie gemacht, die Schule besucht und Schneiderin gelernt. Zum Abschluss bekam sie eine Nähmaschine seitdem kann sie für sich, ihre Brüder und ihre vier Kinder alleine sorgen. Zusammen mit ihrem Mann. Von dem Erlös der Schneiderarbeiten kauft sie Produkte für ihren Laden: Obst, Gemüse, Cola, Salz - stehen da fein säuberlich im selbst gezimmerten Regal. Wenn sie an zu Hause denkt, lächelt sie und sagt voller Stolz:
O-Ton: Wir können unsere Kinder alleine ernähren und ich hoffe, dass sie zur Schule kommen und was aus ihrem Leben machen.
Autorin: In Deutschland ist sie, um Werbung zu machen für die Kindernothilfe, die dieses Jahr 50 Jahre alt wird. Sie ist ein Patenkind, das erzählen kann, das Modell, der Kindernothilfe funktioniert. Schaut mich an. Mit nur 30 Euro im Monat könnt auch ihr eine Patenschaft übernehmen. Und dabei könnt ihr viel lernen. Ihr könnt uns auch besuchen in Uganda, Euch das Projekt anschauen. Wer einmal bei den Aidswaisen in Afrika war, der kommt verändert zurück. Sieht die Welt mit anderen Augen. Aber das gilt auch für Florence, die sich über manche Dinge hier nur wundern kann :
O-Ton: Hier fehlt das Beten auf jeden Fall. Weil bei uns zu Hause betet man auch vor dem Essen oder wenn man Schlafen geht oder auch für bestimmte Sachen. Aber hier habe ich das so noch nicht erlebt. Und das fehlt mir. Der starke Glaube an Gott.
Florence und die Kindernothilfe
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