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Männergeschichten
Liest Ihr Sohn, Enkel oder Neffe gern? Oder macht der männliche Nachwuchs in Ihrer Familie um Bücher auch eher einen Bogen?
"Lesen" ist Mädchen- oder Frauenkram ," denken viele Jungs.
Für Frank Reifenberg - er schreibt selber Bücher für Jungen - gibt es zwei Gründe, warum sie nicht so gern und gut lesen wie Mädchen: Zum einen: Die meisten Bücher für Jugendliche bieten eher Identifikationsfiguren für Mädchen, meint er. Sie können mitleben mit den Figuren. Für die meisten Jungen sind die Figuren eher langweilig.
Der zweite Grund für Reifenberg: Bücher werden den Jungen meistens von Frauen nahe gebracht und die haben andere Vorstellungen von einem "guten Buch" als Jungen. "Jungs wollen starke Helden, mit denen sie sich identifizieren können. Für Jungs zählen Action, Spannung und Humor, leicht lesbar, direkt," sagt Reifenberg.
Ich fand auch Winnetou und Old Shatterhand prima und hab sie verschlungen. Dann fragte mich meine Deutschlehrerin, ob ich nicht auch mal "was Anderes" lesen wollte. Und was Anderes hieß für Sie was "Gutes".
Wer Jungen zum Lesen bringen will, muss ihnen beim Lesen Abenteuer zeigen. Wäre das nicht was für Väter, Onkels und Opas? Papa und der Kleine zusammen auf der Couch und Papa liest spannende Geschichten vor.
Doppelt schwer scheint das Ganze, wenn man den Jungs dann noch die Lust an der Bibel nahe bringen will. Geht gar nicht? Lesen geht schon so schwer und dann noch die Bibel?
Vielleicht doch. Es gibt nämlich eine Menge von starken Männern in der Bibel. Vielleicht wird aber nicht jungennah von ihnen erzählt. Sie werden eher geglättet oder gerade die, die für Jungs interessant sein können, ganz verschwiegen. Dabei gibt es spannende Männer und Männergeschichten in der Bibel. David der Junge vom Land, der zum König aufsteigt, zB.
Oder Elia, der Prophet. Ein Kerl voller Energie, leidenschaftlich, ungezähmt, der Urtyp eines wilden Mannes. Kein zahmes Jüngelchen. Er taugt nicht als bürgerlich- moralisches Vorbild. Aber ist das nicht genau der Stoff aus dem Leseabenteuer sind? Genau der Lesestoff, mit dem man als Junge groß werden kann. Und man muss erst groß werden, bevor man erwachsen werden kann. Ich glaube, Jungens haben manchmal den Eindruck, dass man durch Bücher erwachsen und kultiviert gemacht werden soll. Und mit der Bibel sofort fromm.
Bei Elia ist das jedenfalls nicht so: Er ist ein wilder mutiger Typ. Der auch über das Ziel hinausschießt. Ein Einzelkämpfer. Aber ganz allein ist er doch nicht. Elia geht seinen Weg, mit Gott. Er steht ganz und gar für seine Sache, bietet sogar einem König die Stirn, tritt an, allein gegen 400 Konkurrenten auf Leben und Tod. Und triumphiert. Wie ein jugendlicher Held, fühlt er sich: unverletzlich, groß und überheblich. Erst dann erzählt die Bibel auch von seinem Absturz. Er muss um sein Leben fürchten, er flieht in die Wüste, schließlich ist er so am Ende: Er legt sich lebensmüde hin und will nur noch, dass alles vorbei ist. Aber Gott lässt diesen Mann, der sich so verrannt hat, nicht allein, er päppelt ihn wieder auf. Am Ende wird aus dem abgestürzten Ex-Helden ein erwachsener reifer Mann.
Das ist doch eine Geschichte, in der sich Jungen wiederfinden können. Sie macht Lust aufs Lesen und vor allem Lust aufs Leben und auch neugierig auf Gott.
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