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Rache
Meine gute Laune war dahin. Ich war sauer. Es hätte alles ganz schön werden können und dann das. Keiner hält sich an das, was besprochen wurde.
Alle machen das, was sie gerade mal für wichtig halten. Und ich? Ich werde stinksauer und kriege Rachegelüste. Auch nicht wirklich schön, aber wahr.
Es fängt klein an. Rache ist: Diesen Idioten, der mit seinem Wagen vorhin noch so dicht aufgefahren ist, auf gar keinen Fall jetzt, wo es einspurig wird, einfädeln lassen. Auf gar keinen Fall. Rache ist: Den Anderen auf der Arbeit ruhig erzählen, was schief läuft bei dem Kollegen. Und da darf es dann auch mal ein bisschen mehr sein.
Rache ist: Schmerzen heimzahlen, Schaden zufügen, demütigen. Die Rache ist: Mein. Sagt Gott. Rache ist meine Angelegenheit nicht deine; Mensch! In der Bibel beten Menschen sogar dafür, dass Gott ihren Feinden die schlimmsten Dinge antut. Das Gott sie rächt. Gott soll Schmerzen heimzahlen, Schaden zufügen, demütigen. Gott nicht der Mensch selbst. Es ist eben ein Unterschied, ob ich rächend sage: Der sollte mal so richtig auf die Nase fallen, oder ob ich ihm ein Bein stelle. Rache ist süß, sagt man. Stimmt. Solange ich sie denke oder sage. Tue ich sie, wird es bitter. Und Gott hat sich bei allen Rachewünschen schon längst für die Vergebung entschieden.
Sprecher: Michael Birgden
Rache
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