Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.05.09, Pfarrer Dietmar Silbersiepe

Heitere Gelassenheit mit Eckart von Hirschhausen

Autor: Morgen Abend beginnt er, der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag. Über hunderttausend Besucher werden von Mittwoch bis Sonntag in Bremen erwartet.

Einer von ihnen ist der witzigste Arzt und therapeutischste Komiker Deutschlands, Eckart von Hirschhausen.

O-Ton Hirschhausen: Ich freu mich immer, weil Kirchentag für mich ist immer so ein kleines Fest, dass man merkt, man ist mit seinen protestantischen Anschauungen nicht alleine.

Autor: Wer hätte das gedacht, dass ein Mann, der ganz auf Humor vertraut, evangelisch ist und offen zu seinem Glauben steht?

O-Ton Hirschhausen: Ja, natürlich, ich bin konfirmiert, ich bin im Konfirmandenunterricht, im Kindergottesdienst gewesen, ich gehe ab und an immer noch in die Kirche.

Autor: Und natürlich zu den Kirchentagen. Und dazu fällt ihm noch einiges mehr ein.

O-Ton Hirschhausen: Da sieht man viele inspirierte Menschen und viele Suchende, und ich selber seh mich da auch irgendwo dazwischen, und gleichzeitig hab ich jetzt seit 3-4 Kirchentagen den Sprung aus dem Publikum auf’s Podium gemacht.

Autor: In Bremen zum Beispiel am Donnerstagabend auf einer Open Air Bühne im Hafen. „Um Himmels willen“ heißt das Programm, mit dem der protestantische Komödiant aus Berlin das Bremer Publikum beglücken wird. „Nachhaltige Komik“ nennt er selber seine besondere Art, Kabarett zu machen. Die Menschen sollen durchaus etwas mitnehmen aus seinem Programm für die Bewältigung des Lebens im Alltag, zum Beispiel die schöne Erkenntnis „Glück kommt selten allein“, so der Titel seines neuen Buches.

O-Ton Hirschhausen: Ich bin von der Form her Komiker, aber im Kern bin ich immer noch Arzt und Therapeut und auch ’n bisschen Pfarrer, in dem Sinne, dass die allerwichtigste ärztliche Aufgabe ist immer: Hoffnung zu geben. Glaube, Liebe, Hoffnung, das sind die großen drei.

Autor: Vielleicht prägen sich ja auch christliche Werte in humoristischer Verpackung viel besser ein als immer nur in bierernsten Reden und langen theoretischen Abhandlungen. Eckard von Hirschhausen jedenfalls hält es für dringend notwendig,

O-Ton Hirschhausen: dass spirituelle Weisheiten humorvoll transportiert werden. Weil Humor ist für mich eigentlich ein Zeichen von persönlicher und auch geistiger Reife. Und Humor heißt nicht, ich mach mich über was lustig oder ich erzähle Witze, sondern es ist eigentlich ’ne heitere gelassene Grundhaltung dem Leben gegenüber.

Autor: Wobei die sich ja wahrlich nicht von selbst versteht. Das Leben ist ernst genug, oft sehr ernst. Dass man dennoch heiter und gelassen sein kann, hat für Eckard von Hirschhausen einen Grund.

O-Ton Hirschhausen: Wir haben ja eine extrem tröstliche und frohe Botschaft, die wir bekennen, die wir weiter erzählen, nämlich, dass der Tod und der Schmerz und das Leiden nicht das letzte Wort haben, sondern das Leben, die Freude und das Glück und das Miteinander.

Autor: Schade, dass von dem hohen Fröhlichkeitsgrad dieser christlichen Botschaft oft nur so wenig rüberkommt im normalen kirchlichen Leben.

O-Ton Hirschhausen: Salopp ausgedrückt glaube ich auch, dass mehr Menschen an die Botschaft von Jesus glauben würden, wenn die, die es bekennen, auch ein bisschen erlöster gucken würden.

Autor: Nun gut, aber genau dafür sind ja Ereignisse wie der Kirchentag da: Dass wir uns neu begeistern lassen für Jesus und den Glauben an Gott. Gerne auch durch kleine Anekdoten über den Urprotestanten Martin Luther.

O-Ton Hirschhausen: Der sagte, wenn ich wüsste, dass Morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Ich würde sagen: Leute, esst Apfelkuchen am letzen Tag.

Audiobeitrag Heitere Gelassenheit mit Eckart von Hirschhausen


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