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Christina Rau und die Kindernothilfe
Ein leises Hallo, das war alles. Dann setzte sich die große, schlanke Dame in rot und ließ es über sich ergehen - das Blitzlichtgewitter.
Früher waren Pressetermine für sie Alltag. Für Christina Rau, die Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten. Heute macht sie es für die Kinder in Not . Die Straßenkinder in Honduras, die Aidswaisen in Afrika, die Kinder in Indien. Seit vielen Jahren ist sie im Stiftungsrat der Kindernothilfe, dem evangelischen Hilfswerk in Duisburg, das jetzt 50 Jahre alt wird. Warum sie sich engagiert:
O-Ton: Ich sag immer, dass das Kleine was wir tun können ein großer Beitrag ist und das wir den deshalb auch leisten sollen.
Autorin: Und das meint Christina Rau wörtlich. Mit nur 15 Euro monatlich kann man bei der Kindernothilfe ein Dorfentwicklungsprojekt fördern und mit 30 Euro die Patenschaft für ein Kind übernehmen, das ohne unsere Hilfe möglicherweise verhungert. So aber bekommt es eine Ausbildung und kann eines Tages auf eigenen Füssen stehen. Für Christina Rau gibt es noch einen anderen Grund, Pate zu werden:
O-Ton: Dass sie Sonne und Licht und Liebe in das Leben von Kindern bringen, die sonst, weil sie keine Liebe erfahren, sie später auch nicht weitergeben können
Autorin: Und somit sind die Patenschaften auch ein konkreter Beitrag zum Frieden. Über eine halbe Million Kinder werden weltweit von dem Duisburger Hilfswerk gefördert. Mit sehr gutem Erfolg. Was sie nie müde wird, zu predigen:
O-Ton: Es lohnt sich und das gespendete Geld kommt an und habt keine Angst dass es in er Verwaltung versickert da gibt es den Transparenzpreis den die Kindernothilfe hat, da gibt es das Spendensiegel. Eben den Menschen sagen sie können Gutes tun und dass sie dann eben auch viel zurück bekommen.
Autorin: Es gibt viele Briefkontakte und viele Spender besuchen auch eines Tages ihre Patenkinder. Es entstehen Freundschaften, die einen verändern. Wer einmal in Uganda bei den Aidswaisen im Busch war oder bei den Bauern auf ihren überfluteten Feldern in Bangladesh, der kommt verändert zurück. Auch Christina Rau besucht regelmäßig Projekte der Kindernothilfe. Ob sie angesichts der Not in dieser Welt manchmal an ihrem Gott verzweifelt?
O-Ton: Ich denke auch ein Christenmensch darf Zweifel haben und ist davor nicht gefeit, aber trotzdem immer wieder mit dem Bewusstsein, dass wir alle getragen werden, doch wieder neu an die Arbeit gehen.
Autorin: Besonders beeindruckt hat Christina Rau der Besuch eines Aidskranken in Südafrika:
O-Ton: Der alleine dadurch dass ich an seinem Bett saß und seine Hand hielt so viel Zuversicht mit einer solchen Ruhe und Hinnahme seinem Tod entgegen ging, dass ich einfach tief beeindruckt war von seiner Stärke und dachte es gibt immer wieder ein weiter und ein ja Weiterleben.
Autorin: Leben in Anbetracht des Todes, das tut Christina Rau schon lange. Vor einer schwierigen Operation ihres mittlerweile verstorbenen Mannes, des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, führte sie mit ihm intensive Gespräche über das was ihnen in ihrem Leben wichtig ist. Ihr Fazit:
O-Ton:
dass wir wirklich jeden Tag so leben sollten, als wäre es unser letzter und von daher vielleicht auch, wenn ich jetzt sterben würde, versöhnt sterben würde.
Christina Rau und die Kindernothilfe
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