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Der Stein, der Honig und der Bär
Die kanadischen Indianer haben eine ziemlich einfache Bärenfalle. Sie besteht aus einem großen, mit Honig eingeschmierten Stein.
Dieser Stein hängt an einem Seil von einem Baum herab. Der Bär versucht nun, diesen Leckerbissen, diesen Honigstein zu packen, wobei er ihm mit den Tatzen Schläge versetzt. Er löst mit seinen Schlägen eine Schaukelbewegung aus und jedes Mal, wenn der Stein zurück schwingt, bekommt der Bär einen Hieb. Der Bär verliert die Geduld und haut immer fester zu. Bis zu seinem endgültigen KO.
Eigentlich ist es ganz einfach. Der Bär müsste einfach nur aufhören, gegen den Stein zu schlagen. Aber seine Gier, unbedingt und komme, was wolle den leckeren Honig haben zu wollen, bringen ihn schließlich zu Fall.
Was ist das nun? Einfach nur eine nette Geschichte eines dummen Bären? Aber wie viele Dinge gibt es in meinem Leben, die ich unbedingt und komme, was wolle haben will? Statt einfach mal einen Schritt zurück zu treten; statt zu überlegen: brauche ich das überhaupt?; statt mir in aller Ruhe eine geeignetere Strategie auszudenken will ich jetzt und sofort, alles?: kaufen, haben, besitzen.
Der Sonntag ist ein schöner Tag. Ein Tag in der Woche, an dem die Geschäfte geschlossen haben; ein Tag auch, an dem Kirchenglocken läuten und zum Gottesdienst einladen. Ein Tag, um sich zu überlegen: Was will ich wirklich? Was brauche ich in meinem Leben? Was ist mir wichtig?
Sprecher: Michael Birgden
Der Stein, der Honig und der Bär
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