Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.05.09, Silke John

Der Sarkozy, die Rolex und die Frage nach dem Leben

„Derjenige, der mit Fünfzig immer noch kein Geld hat, sich eine Rolex zu leisten, hat sein Leben verfehlt.“

Der Spruch ging vor ein paar Wochen in Frankreich wie ein Lauffeuer durch die Presse. Jacques Séguéla, ein Freund von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy hat das gesagt: „Derjenige, der mit Fünfzig immer noch kein Geld hat, sich eine Rolex zu leisten, hat sein Leben verfehlt.“

Eigentlich hat er es nett gemeint. Er wollte seinen Freund Sarkozy in Schutz nehmen, über den und vor allen Dingen über dessen neue Rolex sich die Franzosen aufregten: Da steckt man mitten in der tiefsten Wirtschaftskrise und dann meint der Präsident des Landes, sich angesichts steigender Arbeitslosenzahlen eine derartig abartig teure Uhr leisten zu müssen. Schwierig. Aber Freund ist Freund: Da muss man ihn halt auch mal in Schutz nehmen. Und da sagt man halt auch mal Dinge, für die man sich nachher entschuldigen muss.

Denn dieser Satz hat es ja in sich. Erstens hätten nach dieser Logik sehr viele Fünfzigjährige ihr Leben verfehlt. Und zweitens wäre Lebensziel und Lebensglück einzig im Besitz einer Rolex zu finden. Beides möchte ich mal anzweifeln – und das Gegenteil behaupten!

Jesus hat mal gesagt „Glücklich sind, die Gottes Wort hören und danach leben!“ (Lk 11, 28). Am Besitz einer Rolex misst sich nicht, ob man sein Leben verfehlt hat oder nicht. Aber daran, wie man sein Leben lebt.

Sprecher: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Der Sarkozy, die Rolex und die Frage nach dem Leben


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