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House Running
Keine Angst! Du trittst gleich über die Dachkante und dann gehts ganz gemütlich abwärts. Auf dem Dach eines Wolkenkratzers werde ich fachmännisch angegurtet.
Ein Blick in die Tiefe und das mulmige Gefühl im Bauch ignorieren. Dann geht es tatsächlich ganz gemütlich herunter. Hochhausrunning nennt man das. Man geht spazieren. Nur halt senkrecht auf der Mauer eines Hochhauses.
Vor ein paar Tagen hat mich ein Bekannter gefragt, was denn der Glaube sei. Was verändert sich, wenn man glaubt? Kann man Glauben erfahren? Ich meine, ja. Glauben ist für mich wie Hochhausrunning: Der Blickwinkel, die Perspektive verändert sich.
Während ich am Hochhaus herunter spaziere, sieht die Welt ganz anders aus. Ich nehme alles um mich herum auf einmal ganz anders wahr: Die Skyline der Stadt breitet sich vor mir aus, die Autos, die Menschen auf den Strassen sind weit weg und niedlich klein, das Adrenalin lässt mich die Luft, die Geräusche, die Farben intensiver wahrnehmen.
Mit dem Glauben ist es genauso: Ich nehme die Welt, die Menschen anders wahr. Nicht die Welt ändert sich, aber mein Blickwinkel, der ändert sich. Ich begreife die Welt als Gottes Schöpfung; die Menschen und die Tiere als Geschöpfe Gottes. Alles, was um mich herum ist, wird kostbar und einzigartig und ist von Gott gewollt.
Sprecherin: Michael Birgden
House Running
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