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Superwahljahr - Freiheit ist kostbar
Autor: Schon gemerkt: Wir stecken nicht nur in der größten Wirtschaftskrise seit Langem. Wir befinden uns auch mitten im Superwahljahr!
Nein, nicht schon wieder wegen Barack Obama. Hier bei uns in Deutschland. Bundestagswahl. Und 15 weitere Wahlen. In Nordrhein - Westfalen zum Beispiel noch Kommunal- und Europawahlen.
Wenn Sie jetzt denken: Da hab ich noch gar nicht dran gedacht! - dann sind Sie kein Einzelfall. Viele Zeitgenossen haben mit Politik und den Möglichkeiten der Demokratie wenig im Sinn. Viele Politiker fürchten deshalb Wahlbeteiligungen, die alles andere als super sein werden.
Ob das Bequemlichkeit ist, weil eine Mehrheit meint, das Leben in Freiheit sei in unserem Land selbstverständlich? Schließlich mussten wir im Westen diese Freiheit noch nicht mal selbst erkämpfen. Oder fehlen uns gar die Utopien und die charismatischen Gestalten á là Obama?
Ich weiß das nicht genau. Aber ich mache mir Sorgen. Eine Demokratie braucht Menschen, die sich für sie interessieren. Die sich engagieren, einmischen. Unsere Parteien aber verlieren Mitglieder. Zur letzten Kommunalwahl ist gerade mal noch die Hälfte der Wahlberechtigten überhaupt hingegangen!
Wer kann sich hierzulande eine Begeisterung wie die im Wahlkampf von Barack Obama vorstellen? Dabei meine ich nicht nur die großen Inszenierungen mit reichlich Konfetti in Football Stadien, sondern die Hunderttausend freiwilligen Helfer, die für Obama in den USA von Tür zu Tür gezogen sind, um für ihren Kandidaten zu werben.
Und wir? Wenn die Parteien ihre Wahlstände in die Fußgängerzonen stellen, wie viele von uns bleiben stehen und suchen ein ernsthaftes Gespräch? Als sei Politik ein peinliches Geschäft geworden, bei der man in der Öffentlichkeit nicht gesehen werden möchte. Vielleicht will man sich aber auch keine Blöße geben, dass man keine Ahnung von Politik hat, weil man sich längst andere Superstars in Deutschland gesucht hat. Wie gesagt, ich weiß das nicht genau, aber ich beobachte das mit Sorge.
Freedom has always been an expensive thing. Freiheit ist immer schon eine kostbare Sache gewesen, sagte der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre. Freiheit - eine kostbare Sache. Etwas, das einem teuer sein sollte. Das einem etwas Wert sein sollte. Wie ein zerbrechliches Gut. Niemand stellt doch ein teures Erbstück aus Porzellan leichtfertig auf die Tischkante. Niemand lässt eine kostbare Zimmerpflanze einfach vertrocknen. Unsere Freiheit aber lassen wir vertrocknen, wenn wir uns nicht mehr interessieren. Unsere Demokratie drohen wir zerbrechen zu lassen, wenn wir uns nicht an ihr beteiligen.
Für die kostbare Sache Freiheit heißt das: wir müssen uns für sie interessieren. Sie nicht für selbstverständlich halten. Freiheit nutzen. Also: wählen gehen. Freiheit ist immer schon eine kostbare Sache gewesen. Und sie bleibt es nur, wenn wir sie uns kostbar bleiben lassen.
Superwahljahr - Freiheit ist kostbar
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