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Das Entgegenkommen
Letzten Sommer stand bei mir in der Nähe im Park ein großes Zirkuszelt, in dem wurden immer Fußballspiele gezeigt.
Das war eine ganz nette Atmosphäre, ein bischen alternativ, überhaupt nicht kommerziell. Man musste da zwar Getränke kaufen, aber die Preise waren echt fair.
Einmal war ich zusammen mit dem Martin, meinem Kumpel, unterwegs. Wir hatten zwei, drei Flaschen Bier im Rucksack. Wir dachten, probieren wir es mal, vielleicht kommen wir damit ja rein und müssen dafür kein Geld ausgeben. Am Eingang wurden wir kontrolliert. Und der Typ sieht die Flaschen und sagte: Damit kommt ihr eigentlich nicht rein. Wir sagten: Okay, wir wollen die aber auch nicht wegschmeißen. Er sagte: Passt mal auf. Nehmt die mit rein. Ihr könnt sie ja hinterher trinken. Aber bitte kauft euch hier Getränke. Wir sagten: Ja, klar, machen wir.
Wir gehen rein, setzen uns hin. Ich habe eine Flasche rausgeholt, auch für Martin, wollte sie aufmachen. Martin guckte mich an und sagte: Was machst du da? Ich sagte: Alter, ich trinke mir hier ein Bier. Deswegen haben wir es doch dabei. Ja, aber der Mensch da an der Tür hat uns doch gebeten, das nicht zu machen! Ja, genau. Ist doch klar, dass ich hier ein Bier trinke. Ich habe keine Lust Geld auszugeben. Er sagte: Junge, gehts noch? Wir gehen doch extra hierher wegen dieser netten, alternativen Atmosphäre. Wegen des vertrauenvollen Umgangs der Leute hier! Und das hier eben kein Kommerz ist. Also, dein Bier! Das kannst du mal schön alleine trinken!
Da ist mir aufgefallen. Ich bin ja immer schnell dabei. Von wegen Ethik und den großen Moralvorstellungen! Aber eigentlich fängt es schon im Kleinen an. Da habe ich gesagt: Hey, Martin. Du hast Recht. Ich gehe mal kurz an die Theke, zwei Bier bestellen.
Sprecher: Gernot Hoersch
Das Entgegenkommen
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