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Rache
Jesus verbrachte die letzten Tage seines Lebens in Jerusalem. Er wurde gefeiert, weil die Menschen hofften, er würde sie von der Knechtschaft der Römer befreien.
Aber schon bald mussten sie einsehen: Das wird nicht geschehen. Aus der Hoffnung wurde Enttäuschung. Und aus der Enttäuschung Rache.
Nicht nur der Freund Judas hat Jesus verraten. Auch die Bewohner Jerusalems. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, Jesus zu retten. Denn der römische Statthalter Pontius Pilatus stellte das Volk vor die Wahl. Er erschien mit Jesus und einem Mörder und sagte: Einen könnt ihr freibekommen diesen Mörder hier oder Jesus. (Mt. 27,17) Das Volk hat sich gegen Jesus und für den Mörder entschieden.
Aus Enttäuschung wurde Rache. Das ist nur menschlich. Wie oft geschieht das: Du hast Dein Versprechen nicht gehalten das kriegst Du wieder! Du hast mir falsche Hoffnungen gemacht jetzt merkst Du mal, wie das ist. Du hast uns die Freiheit versprochen, wir werden weiterhin in der Knechtschaft leben das musst Du bezahlen. Am besten mit dem Leben. Je größer die Hoffnung, um so schlimmer die Rache. Es kam, was kommen musste: von den Freunden verraten und im Stich gelassen, wird Jesus verurteilt, gequält und gekreuzigt. Alles aufgrund eines glatten Fehlurteils. Zweifellos. Die Geschichte ist bekannt. An sie erinnern wir uns an Karfreitag.
Die Rache ist gestillt und vorbei. Was bleibt, ist die Frage nach dem Warum. Warum musste Jesus so sterben? Auf den ersten Blick ging es um menschliche Rache. Aber worum ging es Gott? Er hätte Jesu Tod verhindern können. Ohne Zweifel. Doch Gott tat es nicht. Er ließ dem menschlichen Treiben seinen Lauf bis zum bitteren Ende. Für mich hat das einen Grund und einen Sinn. Ich glaube, Jesus musste sterben, um die Menschen zu erretten. Nicht nur die Menschen in Jerusalem, sondern die ganze Menschheit. Auch hier und heute. Selbst wenn andere Menschen, andere Theologen, den Tod am Kreuz für sich anders deuten. Wenn Jesu Tod für sie nur ein historisches Ereignis war. Ich glaube daran, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, um die Schuld der Welt auf sich zu nehmen. So, wie es in der Bibel heißt: Mein Leib, für Euch gegeben. (1. Kor. 11, 24, Mt. 26,26)
Am Kreuz, kurz vor seinem Tod wird Jesus sagen: Es ist vollbracht. (Joh. 19,30) Das heißt für mich persönlich: Es ist getan. Ich habe die Schuld der Welt auf mich genommen. Ich habe es möglich gemacht, dass Menschen befreit leben können.
Hoffnung, Enttäuschung, Rache. Auch dafür stehen die Tage in der Woche vor Ostern. Für mich bedeuten sie aber eher: Erleichterung und Freiheit.
Rache
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