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Hoffnung
Die letzte Woche vor Ostern ist angebrochen, die sogenannte Karwoche. Der Begriff kommt vom Althochdeutschen Kara und bedeutet Klage, Kummer oder Trauer.
Das heißt aber nicht, dass Sie nun die ganze Woche über trauern oder klagen müssen. Nein. Aber - Sie sind eingeladen, einmal mehr still zu werden, sich zurückzuziehen, eine ruhige und andächtige Minute mehr am Tag einzuplanen. In der Karwoche nämlich werden wir an die letzten Tage im Leben Jesu Christi erinnert. Und da ist einiges passiert.
Es begann mit dem gestrigen Tag, dem Palmsonntag. Er erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Was am Kreuz endet, begann mit einem Triumphzug. Jesus zog auf einem Eselsfohlen in Jerusalem ein, und die Menschen jubelten ihm zu. Sie legten ihm Kleider und Palmblätter auf den Weg. Die Füße des Fohlens sollten nicht die nackte Erde berühren. Ein Zeichen großer Verehrung.
Es ist nicht verwunderlich, dass die Menschen in Jerusalem Jesus so empfingen. Immer wieder redete er von Freiheit und versprach den Menschen das Heil. Und das bedeutete für die Bewohner Jerusalems, dass Jesus sie endlich von der römischen Knechtschaft befreite. Der römische Statthalter war Pontius Pilatus. Er hatte für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Das tat er offensichtlich gewissenhaft und mit aller Kraft und militärischer Macht, die ihm sein Amt verlieh. Denn kein Statthalter blieb so lange und so erfolgreich in Jerusalem wie Pontius Pilatus.
Seine Herrschaft bedeutete aber auch, dass Jerusalem wirtschaftlich ausgeblutet war und wenig für die Menschen blieb, die dort lebten. Von diesem Joch wollten die Menschen befreit werden, als Jesus kam und sie ihn feierten. Die Menschen wollten Freiheit und ein Leben, in dem sie wieder aufatmen konnten. Ihr Leben nach ihren Maßstäben, wie sie es wollten.
Nun hatten sie Erwartungen und Hoffnungen an den, der lauthals Freiheit und Heil versprochen hatte. Er hatte Wunder bewirkt. Vor kurzem erst Blinde sehend gemacht und einen Freund von den Toten auferweckt. So ein Mensch kann alles. Jesus, der die Menschen liebte, wird auch die Menschen in Jerusalem von der Diktatur der Römer befreien. Er, der den Menschen so viel Gutes tat, er wird die Freiheit schenken. Hat er nicht gesagt: Wenn ich Euch frei mache, dann seid Ihr richtig frei? (Joh. 8, 36) Und: Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich? (Mt. 19, 26) Er war es doch, der sagte: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde! (Mt. 28, 18) Na, also, dann kann er sich doch auch beim Wort nehmen lassen und etwas für die Freiheit der Menschen in Jerusalem tun. Wer den Mund so voll nimmt, der kann sich auch daran messen lassen.
Allerdings hatte Jesus das mit der Freiheit und dem Heil nie so gemeint. Seine Versprechen gingen in eine ganz andere Richtung. Davon morgen mehr.
Hoffnung
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