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Kindertheologie
Autor: Mit der Geburt von Paul öffnete sich für Sonja eine neue Welt. Eigentlich war die Sache mit Gott für sie abgeschlossen.
Seit ihrer Konfirmation hatte sie keine Kirche mehr betreten. Bestenfalls mal an Heilig Abend oder zu einer Hochzeit. Mit Paul hat sich das geändert. Je mehr er die Welt entdeckt und seine Umwelt mit seinen vielen Fragen durchlöchert, hat sich für Sonja ein neuer Horizont aufgetan. Und genau darin sieht der Greifswalder Religionspädagoge Prof. Roland Rosenstock für Eltern eine Chance:
O-Ton: "Ich kümmere mich jetzt plötzlich um Dinge, die ich eigentlich als Erwachsener gar nicht so wichtig fand. Und plötzlich entdecke ich sie neu und die Religion gehört vielleicht auch dazu. Und ich merke zum einen in dem Gespräch mit den Kindern befasse ich mich wieder damit, möchte mich selber schlau machen. Und dann kann ich vielleicht mit meinen Kindern zusammen etwas lesen und über das, was ich gelesen habe auch ins Gespräch kommen, weil ich glaube das ist heute wichtig, dass man seine Erfahrungen austauscht, auch seine Zweifel.
Autor: Jesus hat einmal gesagt Wenn ihr nicht [
] werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Kinder waren zurzeit Jesu nichts wert. In der gesellschaftlichen Hierarchie standen sie ganz unten. Das Sagen hatten die Erwachsenen. Sie allein gaben die Richtung vor. Und so ein Dreikäsehoch soll näher dran sein an Gott und seinem Reich? Prof. Roland Rosenstock:
O-Ton: Die Kinder haben noch einen intuitiven Zugang zu ihrer Wirklichkeit. Das sieht man im Spiel. Sie können die Zeit vergessen. Und ich als Erwachsener möchte eigentlich wieder spielen lernen. Bei Kindern sieht man auch, dass ihnen etwas begegnet, was sie staunen lässt. Manchmal haben sie auch Angst davor. Aber es ist etwas mit dem sie sich beschäftigen, das für ihr Leben bedeutsam wird und wo sie vielleicht auch lernen, dass es eine Sprache der Hoffnung gibt eine Sprache, Angst zu überwinden, zum Beispiel ein Gebet
Autor: Der kleine Fragensteller, ein gleichberechtigtes Gegenüber? Vielleicht sogar kompetenter im Umgang mit Gott und den Fragen des Lebens? Selbst zwei Jahrtausende nach biblischer Zeit stellt dieser Ansatz viele Erziehungsansätze in Frage. Um mit einem Kind auf Augenhöhe zu sprechen, müssten wir Erwachsenen erst mal in die Knie gehen. Und dann gäbe es keine fixe Antwort, um den Quälgeist schnell ruhig zu kriegen, sondern ein Glaubensgespräch zwischen Kind und Erwachsenem.
O-Ton: Wenn Kinder fragen: gibt es Engel? Dann ist es schön von einem Erwachsenen, dass man erst einmal zurückfragt. Was bedeuten eigentlich Engel für dich? Welche Engel kennst du denn? Was ist denn die Aufgabe von Engeln? Als gleich zu sagen: Nein, es gibt keine Engel oder Ja, es gibt Engel. Und dann sehe ich das Weltbild des Kindes [
] und dann kann ich mit ihm ins Gespräch kommen. [
] Also kleine Kinder sind schon Theologen, die etwas ganz wichtiges über unsere Welt sagen können. Und ihre Gedanken sind für uns wichtig, weil sie vielleicht unsere eigenen Gedanken verändern können.
Autor: Ein echtes Abenteuer, sich auf den Glauben der Kinder einzulassen. Ihre oft unkonventionellen und unglaublich kreativen Vorstellungen fordern uns heraus und bringen uns auf unserem Glaubensweg weiter. Da können Kinder auch mal selbst zu Engeln werden, zu Boten Gottes, die uns auf ihre Weise von Gott erzählen.
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