| |
Vom Saulus zum Paulus
Wenn sich jemand grundlegend verändert. Wenn ein Terrorist zum Humanisten wird. Ein Verbrecher zum Wohltäter. Dann sagen wir. Der ist vom Saulus zum Paulus geworden
Was war das für ein Mensch, auf den diese Redewendung zurück geht? Und was ist da passiert, was diesen Mann so grundlegend verändert hat?
Saulus, so erzählt uns die Bibel, war ein Mann, der zwei Kulturen kennen gelernt hatte. Weil er in Tarsus, einer römischen Provinzstadt geboren war, wurde er römischer Bürger und hatte einen römischen Namen: Paulus. Weil er jedoch jüdischer Abstammung war, hatte er auch einen hebräischen Namen: Saul. In seiner Geburtsstadt hatte er die griechisch römische Lebensart kennen gelernt. Doch seine geistige und theologische Ausbildung bekommt dieser Mann in seiner Heimat. Dort wird er nach strengen jüdischen Regeln erzogen. Und dort gibt es Leute, die sich Christen nennen. Jesus, auf den sich diese Leute als Autorität berufen, will die religiösen Ordnungen abschaffen und die heiligen Stätten zerstören.
Das stimmt aber nicht. Diese Aussage stammt von frommen, jedoch gesetzlichen Leuten, die irreführende Behauptungen aufstellten. Nun richtet sich sein ganzer religiöser Eifer gegen diese Leute. Mit allen Mittel versucht er, die religiöse Sekte zu vernichten. Ohne sich wirklich mit diesem Jesus auseinander zu setzen und ins Gespräch mit seinen Anhängern zu kommen. Selbst weite Wege scheut Saulus nicht, um die Jesusleute ans Messer zu liefern. Doch auf einem dieser Wege macht Saulus eine Erfahrung, die sein Leben verändern sollte.
Auf dem Weg nach Damaskus erscheint ihm der Mann, nach dem sich die neuen Leute nennen. Doch lassen wir ihn selbst erzählen:
Sprecher: Ich stürzte zu Boden und hörte eine Stimme, die sagte auf Hebräisch: Saul, Saul warum verfolgst du mich? Es ist sinnlos, dass du gegen mich ankämpfst. Wer bist du? , fragte ich und der Herr sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh nun auf, denn ich bin dir erschienen, um dich in meinen Dienst zu nehmen. Du sollst im ganzen römischen Reich von mir erzählen.
Autor: Durch diese Begegnung erfährt Saulus, wer sein vermeintlicher Feind in Wirklichkeit ist. Jesus stellt sich ihm entgegen und bietet ihm das Gespräch an. Fragt ihn, warum er so handelt.
Diese Erfahrung, dass sein erbitterter Feind ihn zu einem Freund machen will, verwandelt Saulus. So wird der jüdische Theologe zum Botschafter des christlichen Glaubens im römischen Reich und lässt sich fortan nur noch mit seinem römisch bürgerlichen Namen Paulus nennen.
So eine Erfahrung kommt wohl nur ziemlich selten vor. Aber auch heute noch gibt es fromme Leute. Christliche Fundamentalisten, die einen Glauben leben, der ein verzerrtes Christentum widerspiegelt. Da braucht es die Begegnung mit Jesus. So, wie er sich seine Leute vorgestellt hat.
Diese Begegnung muss nicht so außergewöhnlich stattfinden, wie damals vor Damaskus. Sie ereignet sich, indem wir uns für ein Gespräch öffnen. Mit anderen Christen über Jesus reden. In der Bibel wird uns das Leben Jesu und wofür er stand, erzählt. Dort lernen wir ihn kennen, wie er wirklich war.
Auch das Gespräch über die Bibel kann Überzeugungen grundlegend verändern.
Vom Saulus zum Paulus
|