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Saulus, ein Mann der Pflicht und Schuldigkeit
Ich habe eigentlich gar nichts Besonderes geleistet. Ich habe nur meine Pflicht und Schuldigkeit getan." So beendet ein Träger des Bundesverdienstkreuzes seine Rede,
, in der er sich für diese Ehrung bedankt. Ein Mann, der sich leidenschaftlich für Menschen mit Behinderungen eingesetzt hat, der sich engagierte für ausländische Mitbürger und die Integration von Asylbewerbern.
Das ist schon beeindruckend, wenn jemand seine Arbeit so bescheiden begründet. Ich habe nur meine Pflicht und Schuldigkeit getan So begründen allerdings nicht nur Wohltäter ihr Engagement. Im Gegenteil. Manchmal werden mit dem Hinweis auf Pflicht und Schuldigkeit Taten gerechtfertigt, die ganz und gar nicht gut waren. Keine Wohltaten, sondern schlimme Vergehen bis hin zum Mord. Und solche Rechtfertigungen gibt es schon lange.
Die Bibel erzählt uns von einem solchen Mann. Der heißt Saulus und ist ein sehr gewissenhafter und pflichtbewusster Mensch. Von klein auf ist er sehr religiös erzogen worden. In einem Alltag mit vielen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen. Was Saulus macht, das will er richtig machen. Er ist ein 150%er. So lebt er auch. Akribisch genau hält er sich an alle religiösen Gesetze. Für ihn ist klar: Diese Gesetze müssen gefolgt werden, weil sie von Gott kommen. Da ist es kein Wunder, dass dieser Mann große Probleme bekommt, als Leute auftreten, die einige dieser Gesetze als von Menschen erfundene Anordnungen kritisieren.
Seine ganze Leidenschaft richtet sich nun gegen diese Leute. Er hält es für seine religiöse Pflicht und Schuldigkeit, diese Kritiker ans Messer zu liefern. Als ein Mann aus dem Kreis dieser Leute eine öffentliche Rede hält, hilft Saulus mit, dass der junge Mann gesteinigt wird. Das war damals eine durchaus übliche Strafe für Gotteslästerung.
So können Pflicht und Schuldigkeit schlimme Taten rechtfertigen. Christen glauben an einen Gott, der seine Geschöpfe liebt und ihnen zum Leben verhelfen möchte. Deshalb will Gott, dass alle unsere Ordnungen und Gesetze dem Leben dienen. Die zehn Gebote sind Weisungen zum Leben. Die Umsetzung dieser Gebote in die ungezählten Situationen unseres alltäglichen Lebens hat Gott uns Menschen überlassen. Da ist es auch unsere Pflicht und Schuldigkeit, darauf zu achten, dass Gesetze und Anordnungen dem Leben dienen. Und Gott, als die höchste Instanz nicht missbraucht wird, um schlimme Taten zu rechtfertigen.
Saulus, unser Mann aus der Bibel wütet leidenschaftlich gegen seine religiösen Gegner. Ein religiöser Fanatiker. Aber das soll sich grundlegend ändern. Doch davon erzähle ich Ihnen morgen.
Wir lassen uns für heute daran erinnern, dass das, was es bei uns an Regeln und Ordnungen gibt, den Menschen um uns herum gut tun soll. Nicht nur im Großen. Wenn es zum Beispiel darum geht, Menschen mit Behinderungen angemessene Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen.
Auch im kleinen alltäglichen Leben gibt es unter uns immer wieder Regeln, die nicht dem Leben dienen. Oft meinen wir ganz genau zu wissen, wie was zu sein hat. Im Familienleben und auch in der Ehe. Und wir merken nicht, wie diese Regeln uns kaputt machen, anstatt uns zum Leben zu verhelfen. Da ist es unsere Pflicht und Schuldigkeit, diese Regeln zu ändern
Saulus, ein Mann der Pflicht und Schuldigkeit
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