Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

25.03.09, Stephan Kiepe-Fahrenholz

KadeDi (Aus dem Alltag der Hartz-IV-Gesellschaft, Nr. 3)

Die Waschmaschine ist Schrott. Geld für eine neue hat Achim aber auf absehbare Zeit nicht. Was tun? „Kauf dir bloß kein Billigzeug,“ meint sein Nachbar.

„Geh doch zum KadeDi.“

KadeDi – Kaufhaus der Diakonie. Drei solche Einrichtungen gibt es inzwischen im Westen des Sektors. In Duisburg. In Dinslaken. Und in Wesel. Der Witz: Das Kaufhaus der Diakonie ist keine Kleiderkammer und auch kein Second-Hand-Shop im üblichen Sinne. Es ist ein richtiges Kaufhaus. In der Duisburger Filiale werden auf 1.700 Quadratmetern Verkaufsfläche Kleidung, Möbel, Weißwaren, Gläser, Porzellan, Elektroartikel und Deko-Gegenstände zu erschwinglichen Preisen angeboten.

Der Unterschied zum normalen Kaufhaus: Es ist alles gebraucht. Gebraucht, aber kein „Billigzeug“. Gutes aus Zweiter Hand: so lautet der Wahlspruch. Die Möbel stammen aus Spenden oder Wohnungsauflösungen. Sie werden vor Ort abgeholt und so klassifiziert, dass nur einwandfreie Stücke in den Verkauf kommen. Gebrauchte Kleidung wird in einem besonderen Sortierbetrieb nach Qualität und Größe kontrolliert und sorgfältig aufgebügelt.

Die Menschen, die ins KadeDi kommen, fühlen sich als normale Kunden. Wie in jedem normalen Kaufhaus. Dass sie in der Regel von Hartz IV leben oder hoch verschuldet sind, spielt keine Rolle. Armut ist Realität geworden in unserer Gesellschaft. Das Modell KadeDi beweist: Man kann etwas dagegen tun, auch ohne die Betroffenen ihre Armut auf Schritt und Tritt spüren zu lassen.

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag KadeDi (Aus dem Alltag der Hartz-IV-Gesellschaft, Nr. 3)


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