|
Ostergarten
Guten Morgen, liebe Zuhörer, liebe Zuhörerinnen!Die Gartengeschichten der Bibel haben etwas Besonderes.Es geht immer um Leben oder Tod.
Am Anfang steht der Garten Eden. Er zeigt eine Idylle voller Farbe und Leben. Aber diese Harmonie ist schnell dahin. Der Garten ist Gottes Schöpfung, und der Mensch nimmt darin eine besondere Position ein: Ihm ist viel Verantwortung übertragen. Und er scheitert daran. Adam und Eva übertreten das einzige Verbot, das ihnen auferlegt wurde und verlieren ihre paradiesische Unschuld.
Sprecher: Sie hörten Gott, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war, Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes unter den Bäumen im Garten. Und Gott rief Adam und sprach: Wo bist du?
Als Gott ruft, ist Adam und Eva schlagartig klar: Jetzt ist etwas unwiederbringlich zerstört. Wir werden den Garten des Lebens verlieren und den Tod finden. In einem Garten ging die Welt verloren, in einem Garten wurde sie erlöst, so der französische Philosoph Blaise Pascal.
Dieser andere Garten ist ein Friedhof. Er ist das Gegenstück zu einem idyllischen Park. Keine Friedhofsbepflanzung, keine Bäume und keine Blumen. Es ist ein Ort zum Weinen. Jesus wurde hier begraben und mit ihm die ganze Hoffnung auf Gottes Nähe in dieser Welt. Zum Weinen ist die Leere, die seine Freunde ohne Jesus empfinden: Alles ist aus.
Als Maria in der morgendlichen Dunkelheit auf diesem Friedhof ankommt, findet sie ein leeres Grab. Sie holt alle Freunde zusammen: Alle, die das leere Grab sehen, gehen davon aus: Der Leichnam Jesu wurde gestohlen. Als die Freunde wieder gehen, holt Maria das Grauen wieder ein. Wieder weint sie am Grab, bis sie jemand anspricht:
Sprecher: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!
Maria hört die vertraute Stimme und antwortet: Mein Meister! Hier geschehen keine wunderbaren Zeichen: Nur dies: Ich habe den Herrn gesehen! In diesem Augenblick wird es Ostern. Maria gelingt es, dieser Erfahrung zu trauen und aus ihr zu leben.
Dieser Augenblick der Begegnung mit Jesus verändert ihr Leben. Und der Friedhof wird der Ort einer Durchbruchserfahrung. In diesem Friedhofsgarten geht der Tod verloren und Menschen finden das Leben. Wie Blaise Pascal sagte: In einem Garten ging die Welt verloren, in einem Garten wurde sie erlöst.
Ostergarten
|