Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.03.09, Jost Klausmeier-Saß

Wundertäter

O-Ton: Also mit 13 Jahren hat’s mit Alkohol angefangen und dann kam halt nach und nach dieser sogenannte Strudel, - Cannabis, auch Amphetamine, XTC,

LSD und auch hin und wieder Heroin hab ich genommen.

Sprecherin: Thomas, Azubi im Maler- und Lackiererhandwerk, ist einen harten Weg gegangen. Sein halbes Leben lang auf Droge.

O-Ton: Am Anfang war’s alles schön und gut. Ich hab’s nicht gesehen, dass ich in die Sucht reinfalle.

Sprecherin: Doch der Absturz kam unaufhaltsam. Warnungen und Hilfsangebote seiner Familie lehnte er strikt ab:

O-Ton: Das war ne sehr schwere Zeit auch für meine Eltern, vor allen Dingen – mein Vater hat oft an Selbstmord gedacht, weil er halt nichts dagegen machen konnte.

Sprecherin: Thomas war so weit unten,  dass nur noch ein Wunder ihn retten konnte.

O-Ton: Und zwar hatte ich einen guten Freund, den hat man in einer Dixie - Toilette auf einer Baustelle gefunden. Und der hatte ne Überdosis Heroin gespritzt.. Und da hat’s bei mir im Kopf „Klick“ gemacht.

Sprecherin: Für Thomas war es der Auslöser zur Umkehr. Wie ein letztes Stop – Schild vor dem Abgrund. Heute kann Thomas drei Gründe nennen, warum er überlebt hat, nicht endgültig abgestürzt ist:

O-Ton: Erstens: mein Wille. Zweitens: der Gedanke an meinen Freund, was mit ihm passiert ist und drittens: meine Familie, die mich so unterstützt hat, und mir immer weiter geholfen hat.

Sprecherin: Wunder geschehen mitten im Alltag. Deshalb sollte man niemanden abschreiben. Außerdem brauchen Wunder auch Wundertäter: Eine Familie zum Beispiel, die einen nicht fallen lässt. Menschen, die zu einem halten und das Wunder möglich werden lassen. Dann geschehen Wunder mitten im Alltag.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag Wundertäter


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