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Amoklauf
Eigentlich passieren solche Katastrophen doch nur in Amerika und sonst wo ganz weit weg. Dass ein Jugendlicher mit einer Waffe in der Hand in eine Schulklasse
geht und um sich schießt und tötet. Schüler - noch ganz am Anfang ihres Lebens und schon vorbei. Das kann und darf doch nicht sein. Ich könnte heulen und bin doch auch voller Zorn. Ich bin selber Vater und will mir gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn das Telefon klingelt und eine Stimme sagt: dein Sohn wurde erschossen, deine Tochter ist tot. Ich versuche erst gar nicht zu begreifen, was in einem jungen Menschen vorgeht, der beschließt zu töten. Ich will nichts von seinen möglichen Motiven wissen. Ich will nicht nach Entschuldigungen suchen. Es gibt keine. Nicht für mich. Er ist ein Mörder. Er hat nicht fassbares Leid über andere gebracht. Er hat Menschenleben ausgelöscht.
Wie kann so was überhaupt passieren?, fragen die einen. Und andere fragen: wie kann Gott das zulassen? Da mag es jetzt kluge Antworten von uns Kirchenleuten geben. Ich habe jetzt und heute keine. Will auch keine haben. Will das alles nur Gott vor die Füße werfen. Und ihm sagen: kümmere dich um die Opfer. Kümmere dich um Eltern und Großeltern, um die Freunde. Kümmere dich um alle, die jetzt aus lauter Verzweiflung nur noch Schmerz empfinden. Du, Gott, weißt doch, wie das geht. In wenigen Wochen am Karfreitag denken wir daran, dass du auch einmal einen Sohn verloren hast. Hilf mit, dass irgendwann einmal dein Trost größer sein wird als der Schmerz.
Amoklauf
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