Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

28.02.09, Jost Klausmeier-Saß

Reden hilft

O-Ton 1: Sie ist immer die Erste, die in der Praxis ist und alles vorbereitet. Und die Letzte, die nach Hause geht.

Sprecherin: Annas Mutter ist Arzthelferin. Hat einen superstressigen Job. Deshalb sieht Anna ihre Mutter viel zu selten. Und muss täglich hautnah erleben, was die Arbeit mit ihrer Mutter macht:

O-Ton 2: Sobald sie nach Hause kommt, hat sie meistens was zu Essen gekauft, halt so Fastfood, bringt es mit.  Dann krieeg ich halt nur noch mit, dass sie entweder fernsehen guckt oder am Computer sitzt. Ab und zu kommt sie mal rein, um zu gucken, was ich mache. Aber – ja, das ist halt nicht sehr viel  Also so viel Zeit hab ich nicht von meiner Mutter. Weil sie halt sehr viel Ruhe braucht.

Sprecherin: Anna leidet darunter, dass der Job ihre Mutter so fertig macht und wagt oft kaum noch, ihre Mutter überhaupt anzusprechen:

O-Ton 3: Ich fühle mich als Belastung für meine Mutter, da ich jetzt auch noch auf eine neue Schule gehe, die halt auch nicht gerade billig ist. Dadurch, dass meine Mutter so viel arbeitet, verstehen wir uns auch nicht mehr so gut. Und da gibt’s halt schon jeden Tag irgendwie Stress.

Sprecherin: Auch wenn sich der Stress nicht abschalten lässt, müssen Anna und ihre Mutter trotzdem aufpassen, dass sie sich nicht völlig auseinanderleben. Vielleicht beginnt das damit, dass Anna mal kocht, damit ihre Mutter sich nach einem stressigen Tag an einen gedeckten Tisch setzen kann. Auf jeden Fall müssen sie einfach wieder mehr zusammen reden: damit klar bleibt, was sie einander bedeuten; was sie sich von einander wünschen;

Damit sie gemeinsam den stressigen Alltag aushalten können.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Reden hilft


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen