Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

24.02.09, Pastor Wolfram Krebs

Mein Radio

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer.Ein guter Bekannter hat mir ein Radio geschenkt. Nicht so ein hochmodernes mit Mikrochips, automatischem Sendersuchlauf,

Untermenüs und Tasten, die eher für Mäuse als für Menschen geeignet sind. Mein „neues“ Radio ist ein alter Holzkasten, mit großen Schaltern, die richtig Krach machen, wenn man sie drückt. Da sind uralte Röhren drin, die erst einmal aufheizen müssen.Dann zeigt das magische Auge grünleuchtend, wie genau man einen Sender eingestellt hat. Und diese Sender heißen nicht beispielsweise  80,5 Megahertz sondern Hilversum, Deutsche Gemeinschaftswelle und Beromünster.

Vor so einem Gerät hab ich schon vor Jahrzehnten als Kind gehockt und ich weiß noch, wie fasziniert ich war, als ich nachts auf heulender Kurzwelle von Radio Peking deutsche Nachrichten hörte. Oder die geheimnisvollen Zahlen- und Piepskombinationen der Spionagesender. Ich finde es heute noch schwer begreiflich, dass der Äther randvoll angefüllt ist mit abertausend Signalen, die man alle entschlüsseln kann, wenn man seine Antenne richtig eingestellt hat. Bei meinem alten Röhrenradio hilft hier das magische Auge und so etwas wünschte ich mir manchmal auch für die Signale, die andere mir senden. Denn unsere ihre Botschaften werden ja auch gelegentlich ganz anders aufgenommen, als wir sie gesendet haben.

Dafür gibt es harmlose Beispiele. Meine Frau fragt nach der neusten Essenskreation: „Na? Wie hat es dir geschmeckt?“ Meine etwas zögerliche Antwort: „Gut.“ Ihre Gegenfrage: „Warum nicht?“ Offenbar war ihr Empfänger anders eingestellt, als mein Sender. Oder sie hat die wenig begeisterten Untertöne stärker empfangen, als die Sachbotschaft „gut“. Solche Empfangsstörungen können so stark werden, dass man fremde Hilfe braucht, um sie zu beseitigen.

Manchmal filtern wir auch nur noch die negativen Botschaften heraus. Das deutsche Volk soll ja dafür besonders anfällig sein. Das kann ich nicht beurteilen. Dass Gottes Botschaften an uns leider nicht von allen empfangen werden, das weiß ich aber. Dabei sind diese Botschaften Gottes durchaus nicht nur auf die guten Worte der Bibel beschränkt.  Was für eine ungeheure Schöpferphantasie im Flügel einer Stubenfliege steckt! Wie viele Lebewesen in jedem Kubikzentimeter Lebensraum existieren! Es sind Abertausende, auch wenn das niemand wirklich so genau wissen will, wie viele tausend Milben mit ihm die Bettdecke teilen. Wer hören will, wie groß Gottes Liebe zu uns ist, der muss seine Antenne auf Jesus Christus einstellen. Gott sendet seinen Sohn in diese Welt, damit wir sein Wesen erkennen und Vertrauen zu ihm gewinnen. „Ich bin da“ lautet diese Botschaft. „Ich bin für dich da, du kannst mir dein Leben anvertrauen.“

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