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Frisch und Neu
Zu blöd. Jetzt ist es schon wieder Februar. Vor einem Monat hatte ich diese ganzen guten Pläne für das neue Jahr.
Die Wohnung mal wieder blitzblank putzen, Endlich wieder mit dem Joggen anfangen. Das angefangene Buch nun wirklich zu Ende lesen. Und so weiter und so fort. Ich hatte nicht nur die Pläne, sondern auch das Gefühl, so vor Kraft zu strotzen, dass ich sie alle in Angriff nehmen würde. Motiviert bis in die Zehenspitzen. 365 unbeschriebene Tage lagen vor mir: Aber das war eben Anfang Januar. Mittlerweile sind es schon rund 40 Tage weniger und ich sollte wohl langsam einmal mit der Verwirklichung meiner Vorhaben anfangen. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich eigentlich schon jetzt, dass ich die Pläne über den Haufen werfe. Ich kenne mich doch.
Nachmittags besuche ich meine Oma im Pflegeheim. Es ist ihr Geburtstag, aber das bekommt sie gar nicht mehr mit. Sie wird immer verwirrter und von Mal zu Mal spricht sie weniger mit uns. Dafür summt sie alte Lieblingslieder vor sich hin. Als würde sie ahnen, dass ich schon wieder nicht mit all meinen Vorhaben zurande komme, summt sie plötzlich All Morgen ist ganz frisch und neu, das alte Kirchenlied. Geht in Ordnung, Oma, sag ich. Das Jahr wird vielleicht älter, aber das ist kein Grund, deshalb alle guten Pläne schon jetzt wieder über Bord zu werfen. Schließlich habe ich jeden Morgen wieder einen ganzen Tag zur Verfügung!
Sprecherin: Christiane Birgden
Frisch und Neu
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