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Abraham Lincoln
Autor: Amerika feiert. Nicht schon wieder den neuen Präsidenten, sondern einen alten, den von allen Seiten hoch verehrten Abraham Lincoln.
Heute vor 200 Jahren wurde er in einer schlichten Blockhütte auf einer Farm in Kentucky geboren. Bis zu seinem 19. Lebensjahr half Lincoln seinem Vater zu Hause bei der Farmarbeit.
Sprecher: Gott hat offenbar die einfachen Menschen geliebt, denn er hat so viele von ihnen gemacht.
Autor: So Lincoln einmal augenzwinkernd im Blick auf sich selbst und an die Adresse derer, die sich für groß halten und in Wirklichkeit klein sind, klein an Charakterstärke und Glaubwürdigkeit.
Schon früh erhielt Abraham Lincoln einen Spitznamen, der viel über seinen Charakter sagt und der ihm während seiner gesamten politischen Karriere erhalten blieb: the honest Abe, der ehrliche, der aufrichtige Abraham. Durch seine christliche Erziehung im Umfeld einer frommen Baptistengemeinde hatte ihn schon als Jugendlicher die Sklavenfrage umgetrieben. So gehört zu seinen politischen Hinterlassenschaften vor allem die Befreiung von über vier Millionen Sklaven, welche er erfolgreich gegen die rassistische Gesinnung in weiten Teilen der Südstaaten durchsetzte. Hart ging er mit den Befürwortern der Sklaverei ins Gericht:
Sprecher: Menschen, die anderen Menschen die Freiheit verweigern, verdienen sie selber nicht und können sie unter der Herrschaft eines gerechten Gottes auch nicht lange für sich in Anspruch nehmen.
Autor: Insgesamt nur 4 Jahre residierte Lincoln im Weißen Haus. Wenige Wochen nach seiner zweiten Vereidigung als Präsident wurde er am Abend des Karfreitags 1865 von einem fanatischen Sympathisanten der Südstaaten angeschossen. Am folgenden Tag erlag Lincoln seinen Verletzungen. Wie Martin Luther King gut 100 Jahre später, starb er im Kampf für die Freiheitsrechte der Schwarzen, für die Sache der Gerechtigkeit. Sie war für beide, Lincoln und King, eine Sache Gottes.
Sprecher: Gerechtigkeit, und nur Gerechtigkeit, erhöht ein Volk.
Autor: Lautet ein weiterer der berühmten Aussprüche des honest Abe. Lincoln kannte das Originalzitat aus der Bibel: Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben (Sprüche Salomos 14, 38).
Sprecher: Die Bibel, dieses großartige Buch ist das beste Geschenk, das Gott den Menschen gemacht hat. Hätten wir es nicht, könnten wir richtig und falsch nicht unterscheiden.
Autor: Als Verderben für die Menschheit galt ihm neben dem Rassismus der aufkommende Kapitalismus: denn Kapitalismus, so Lincoln, führt automatisch in die Sklaverei.
Sprecher: Die Macht des Geldes beutet eine Nation in Friedenszeiten aus und verschwört sich gegen sie in Kriegszeiten. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen.
Autor: Wie eine Analyse der gegenwärtigen Situation muten diese Worte Lincolns an, die aus dem Jahr 1864 stammen.
Sprecher: Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.
Autor: Abraham Lincoln, in vielfacher Hinsicht - als Politiker, als Redner, als Bibelkenner - ein Vermächtnis, ein Vorbild für uns heute, nicht nur für Präsidenten und Regierungschefs. Vorbild und Herausforderung für alle, die ein Gespür dafür haben, was der Missbrauch von Macht, die Versuchung, über andere herrschen zu wollen, aus den Menschen machen kann.
Sprecher: Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
Abraham Lincoln
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