Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

28.01.09, Mark Pollmeier

Handy-Bestattung

Angenommen, du stirbst morgen – was passiert dann mit deinem Handy, deinem iPod, deinem Blackberry? Mit all den Adressen, den Bildern und Songs die da drauf sind?

Für immer mehr Leute steht die Antwort fest: Das Ding kommt mit ins Grab. Rein in den Sarg, und Deckel drauf.

Die Idee wirkt erst mal komisch. Was hat jemand davon, mit seinem Handy beerdigt zu werden? Telefonieren wird er damit nicht mehr können, und besonders umweltfreundlich ist so eine Handy-Bestattung sicher auch nicht.

Andererseits hat man Verstorbenen schon in der Steinzeit wichtige Gegenstände aus ihrem Leben mit ins Grab gegeben. Waffen etwa, oder Schmuck. Irgendetwas, das in ihrem Leben wichtig war, das sie als Person ausgemacht hat. Und wenn man sich dann mal anschaut, wie wichtig so ein Handy heute für seinen Besitzer ist, wirkt es schon fast wieder sinnvoll, das Ding mit zu beerdigen.

Ich werde mein Handy wohl trotzdem zurücklassen. So bedeutend finde ich das Gerät dann doch nicht. Und außerdem hoffe ich ja, dass es noch andere Dinge gibt, die mein Leben widerspiegeln, die mich als Mensch mal ausmachen werden.

„Ach, Christiane ... war das nicht die mit dem lila Klapphandy?“ Das wäre mir als Erinnerung jedenfalls ein bisschen wenig.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Handy-Bestattung


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