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Zusage
Das neue Jahr ist gerade mal 26 Tage alt. An jedem dieser Tage haben wir irgendwelche Prognosen für das neue Jahr gehört, und zwar zu allen möglichen Themen.
Unsere Bundeskanzlerin stimmte uns auf ein Jahr der schlechten Nachrichten ein. Doch mit den Prognosen ist das so eine Sache. Wenn man sich einmal die Prognosen in Erinnerung ruft, die für das Jahr 2008 gemacht wurden, wird man sich wundern, wie wenig davon wirklich eingetreten ist. Auf der anderen Seite ist klar: die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise werden nicht spurlos an uns vorübergehen. Dennoch: die Zukunft ist etwas anderes als die Verlängerung der Gegenwart. Sie ist schlechterdings offen, keinem von uns verfügbar. Man kann sie planen oder gar verplanen. Manchmal muss man das sogar, aber all unser Planen und Hochrechnen ist noch lange kein Garant dafür, dass die Dinge sich dann wirklich so entwickeln. Im Schlechten wie im Guten. Aber eines ist sicher: Wenn ich nur schlechte Nachrichten in der Zukunft erwarte, werde ich sie sicherlich auch finden, mich dadurch täglich bestätigt fühlen. Allerdings laufe ich dabei Gefahr, das Gute, das mir täglich begegnet, zu übersehen oder gar gering zu schätzen.
Es gibt ja auch noch gute Nachrichten. Und es gibt die eine gute Nachricht, die sich niemand von uns selbst sagen kann, die uns gesagt ist, auf die niemand verzichten kann. Diese gute Nachricht lautet: in allem was geschieht, hinterlässt Gott seine Spuren. Seine Barmherzigkeit hält die Welt im Innersten zusammen. Seine Gnade trägt die Welt und gibt uns täglich neue Chancen zum Glauben, Hoffen und Lieben. Diese gute Nachricht steht auch über dem Jahr 2009. Nicht als vage Prognose, sondern als feste Zusage. Diese gute Nachricht will ich mir in Erinnerung halten. Wenn es dann etwas unerwartet Gutes geben sollte, werde ich es sehen können und dafür dankbar werden. Und nicht nur ein paar Minuten oder zwei, drei Tage lang. Wenn es denn schlimme Ereignisse geben sollte, die ich nicht rückgängig machen kann, wenn ein Arzt mir eine schlechte Nachricht übermitteln muss, oder wenn die Situation am Arbeitsplatz sich verschlechtert, dann hilft mir die gute Nachricht Gottes, mit der schlechten Nachricht zu leben. Mich zu erinnern: überleg doch mal, was dich vor zwanzig Jahren bewegt hat? Welche Sorgen du da gehabt hast und was daraus mit Gottes Hilfe geworden ist. Wenn auch manches anders geworden ist, unter dem Strich ist es doch in Ordnung gewesen. Und wenn es auch Beulen gegeben hat, auch Irrwege und Verletzungen, hier und da auch eine Enttäuschung, das mag alles sein: unter dem Strich hast du doch nur daraus lernen können.
Im Leben bleibt doch nie alles gleich. Alle Dinge ändern sich, also können sie sich auch wieder zum Guten ändern. Erinnere dich daran, wie oft das schon geschehen ist. Und wie die Vergangenheit nicht ohne Gott war, wird es die Zukunft auch nicht sein. Der Pfarrer und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer war von dieser Hoffnung beseelt. In den dunklen Zeiten des Dritten Reiches, eine ungewisse Zukunft vor Augen, schreibt er: Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft gibt, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
Ganz gleich welche schlechte Nachrichten mir begegnen, diese gute Nachricht möchte ich mir bewahren und mir immer wieder in Erinnerung rufen, auch im Jahr 2009.
Zusage
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