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Datenflut
Und jetzt stapeln sie sich wieder auf meinem Schreibtisch: Die diesjährige Ausbeute an Rundbriefen, die in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bei mir eingetrudelt sind
per Post oder in diesem Jahr besonders beliebt: als Mailanhang zum Selbstausdrucken: der längste 4 1/2 DIN A4-Seiten lang.
Ist ja nett, dass ich zum Kreise derer gehöre, die in den Briefverteiler gekommen sind. Aber ich frage mich, mit wem allem stehe ich da in einer unsichtbaren Gemeinschaft, mit 20, mit 30, mit 50? Wir alle sollen ohne Unterschied erfahren, dass Sarah im Sommer in die Schule gekommen ist , dass Luca im letzten Jahr Windpocken hatte, dass der Urlaub auf Lanzerote schön war.
Ich weiß nicht, aber irgendwas behagt mir nicht an Rundbriefen und ich glaube, es ist die Gleichschaltung an Information. Mit jedem verbinden mich doch andere Themen, nicht jedem erzähle ich unterschiedslos das Gleiche!
Ich weiß ja selbst: die Zeit ist knapp und es ist kaum möglich, mit all den lieben Menschen, die man im Laufe des Lebens getroffen hat, intensiven Kontakt zu halten. Aber deshalb an x Haushalte vier DIN A4-Seiten blah blah aus meinem Leben verschicken?
Da schätze ich doch die gute alte Postkarte. Auf die passt nicht viel drauf und allein die Adresse zu schreiben braucht seine Zeit. Indem ich den Namen des anderen schreibe, denke ich schon an ihn oder sie und was mich mit ihm oder ihr verbindet. Und dann reicht es noch grad für einen Gruß und einen Satz. Und der gilt wirklich dem, an den er geht.
Sprecher: Michael Birgden
Datenflut
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