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eigentlich unmöglich
Es gibt kein Verbot für alte Weiber in Bäume zu klettern.Sagt Astrid Lindgren, die bekannte Kinderbuchautorin.
Eine amüsante Vorstellung, aber es soll tatsächlich Menschen geben, die ab und zu so etwas Verrücktes tun. Etwas, das sich nicht gehört. Das eigentlich unmöglich ist. Kinder klettern in Bäume aber alte Weiber?
Heute beginnt ein neues Jahr. 2009. Zeit für gute Vorsätze. Aufhören zu rauchen. Auf sein Gewicht achten. Mehr Zeit mit der Familie verbringen. Das sind die Klassiker unter den guten Vorsätzen.
Warum nicht einmal im Jahr etwas Verrücktes tun? Etwas völlig Unmögliches. Verrückte Ideen gibt es genug: Einmal könnte jeder kurz entschlossen in den falschen Zug steigen und gespannt aushalten, was dann passiert. Einmal könnte jede im Abendkleid in einen Springbrunnen steigen und stolz das übermütige Gefühl genießen. Natürlich nur im Sommer. Einmal könnte jeder sich in einem Schrank verstecken, es keinem sagen, lauschen, was draußen geschieht, sich sicher fühlen hinter der verschlossenen Tür. Ich muss schmunzeln bei dem Gedanken. Würde ich mich trauen? Werde ich so etwas tun? Warum eigentlich nicht? Ist ja nicht verboten.
Aber es gibt auch Dinge, die brauchen etwas mehr als Kühnheit oder Wagemut. Werde ich mich trauen, im Freundeskreis eine Sache anzusprechen, die mich schon lange bewegt, sogar belastet? Wenn ich es sage, stelle ich eine Freundschaft aufs Spiel. Ich weiß nicht, wie es ausgeht.
Werde ich es schaffen, dem einzigen Hobby, das ich noch habe, wieder Zeit einzuräumen? Und zwar gleich jede Woche? Nichts tun für den Job, nicht zusammen sein mit der Familie, sondern einmal etwas tun nur für mich?
Werde ich mich der Operation stellen, zu der mir alle raten? Sie ist irgendwann dran, sie bedeutet auch ein Risiko. Kann ich mich entschließen?
Was bei den Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich, sagt Jesus von Nazareth in einem schwierigen Fall. Er sagt es zu Menschen, die zögern, etwas in ihrem Leben zu verändern. Weil es sie etwas kostet. So droht alles beim Alten zu bleiben.
Der Satz Jesu ist die Jahreslosung für 2009. Unter diesen biblischen Impuls stellen viele evangelische Christen das neue Jahr. Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
Noch ein Vorschlag für 2009: Einmal über einen alten Friedhof gehen und die Grabinschriften lesen. Über das Leben nachdenken. Über die Zeit, die vergangen ist und die Zeit, die noch bleibt. Was ist noch möglich in diesem Leben? Es gibt kein Verbot für alte Weiber in Bäume zu klettern. Es darf verrückt sein. Es soll etwas verändern. Es wird etwas kosten.
Ich habe mir gestern Abend nur zwei Dinge vorgenommen. Etwas Ernstes und etwas Verrücktes. Wenn ich das Verrückte gemacht habe, werde ich mich so leicht fühlen, so lebendig, so beschwingt, dass ich auch das Schwere schaffen kann. Klar, ein bisschen Mut brauche ich auch. Aber ich weiß ja: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Will sagen: Wer die Bäume nicht mehr hoch kommt, kann erleben, wie Gott beflügelt alte Weiber wie junge Männer.
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