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Die Welt ändern
Sprecher: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging ...
Autorin: Noch klingen die Worte nach, die am Heiligen Abend und in der Heiligen Nacht in den Kirchen gelesen wurden. Ein Kind ist geboren! Wir wissen nicht viel über diese Geburt. Selbst das Wenige, das unsere Weihnachtstraditionen bestimmt die Krippe, der Stall, Ochs und Esel kann nicht historisch belegt werden. Auch für die biblischen Hirten und Weisen gibt es keinen Beweis. Trotzdem werden ihre Geschichten bis heute erzählt. Was macht sie so anrührend? Ich denke, es ist die besondere Geburt, von der sie berichten. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, heißt es. Das ist der Kern der biblischen Erzählungen: Damals in Bethlehem ist Gott selbst zu den Menschen gekommen verletzlich, bedürftig, angewiesen auf die Liebe und Hilfe der Menschen.
Will Gott so die Welt verändern? Soll so Friede auf Erden werden bei den Men¬schen seines Wohlgefallens? Ja! Aber wie? Eine von vielen möglichen Antworten gibt Ingeborg Drewitz in ihrer kurzen Geschichte Denk ich an Weihnacht:
Sprecher: Es begab sich aber zu der Zeit ... Nein, es begibt sich nicht mehr. Das Charisma Eines einzelnen verändert nichts mehr angesichts des Milliardenelends und des drohenden Millionentodes. Und doch halten wir den Atem an, wenn wir den Satz hören, als wäre es noch möglich, dass irgendwo ein Mensch geboren wird, vorbestimmt zum Scheitern, und uns doch ansprechen wird, dich und mich: Halt ein, änder dich, und du änderst die Welt, halte die Schmähungen auf, und du machst sie unwirksam, verweigere dich den Zerstörern und du wirst sie für die Dauer eines Lidschlags erschrecken. Es begab sich aber zu der Zeit... Eine Geschichte, die aus der Erinnerung in die Gegenwart und Zukunft hineinreicht. Noch.
Autorin: Lassen wir uns ansprechen von dem neugeborenen Kind? Ingeborg Drewitz hat sich für amnesty international engagiert und sie hat Literaturprojekte von Inhaftierten gefördert. Sie hat sich ansprechen lassen.
Es war eine besondere Geburt damals in Bethlehem. Halt ein, ... halte die Schmähungen auf, und du machst sie unwirksam, verweigere dich den Zerstörern und du wirst sie für die Dauer eines Lidschlags erschrecken. Änder dich und Gott wird die Welt verändern. Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten.
Ingeborg Drewitz, Denk ich an Weihnacht, S. 72, in: Ursula Baltz-Otto (Hg.), Licht über Bethlehem, Weihnachten zum Nachdenken, Zürich/ Düsseldorf 1999, S. 71-72.
Die Welt ändern
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