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Geschenke
Heute ist der vierte Advent. Der letzte Adventssonntag. Noch drei Tage bis Weihnachten. Hoppla! Haben Sie schon alle Geschenke zusammen?
Für Ehepartner, Eltern, Kinder, Freunde die bedacht werden wollen? Manche kaufen ihre Weihnachtsgeschenke ja schon im Sommer. Oder geht es Ihnen wie mir: plötzlich und unerwartet ist wieder Weihnachten. Und jetzt muss ich mich sputen. Wenn ich wenigstens schon eine Idee hätte...
Mit meinen Geschwistern habe ich jedes Jahr ein Abkommen, dass wir uns nichts schenken. Meistens halten wir uns nicht daran. Denn so eine klitzekleine Kleinigkeit, die muss ja wohl drin sein Abkommen hin oder her.
Am ersten Advent haben wir einen Jugendgottesdienst gefeiert. Da haben sich die Düsseldorfer Jugendlichen Gedanken zum richtigen schenken gemacht, wollten einen Geschenke-Knigge aufstellen. Im Prinzip fanden sie alle das gut, dass es zu Weihnachten Geschenke gibt. Ganz wichtig dabei: Geschenke sollen Freude machen. Und zwar nicht nur dem, der ein Geschenk bekommt, sondern auch dem, der etwas verschenkt. Dazu muss der Schenkende allerdings nachdenken, worüber sich der andere freuen könnte, welche Sachen er schön oder lustig findet, was er sich selber wohl nicht kaufen würde, was ihm noch fehlt.
Geschenke können überraschen. Wenn man etwas bekommt, dass man sich schon lange gewünscht hat, von dem man aber nicht erwartet hat, es zu bekommen. Ich fand es sehr interessant, zuzuhören, wie viele Gedanken sich die jungen Leute um die Geschenke gemacht haben. Von wegen konsumorientiert oder blind.
An einem Punkt konnte ich den Jugendlichen mehr als zustimmen. Schenken kann stressen. Nämlich, wenn mir einfach nichts einfällt. Dann stehe ich auf dem Schlauch. Oder wenn ich sehe, mit wie viel Geschick andere Geschenke basteln oder aussuchen. Da fällt mir dann immer auf, dass ich leider nicht in der Lage bin, Weihnachtsgedichte aus Acrylblöcken auszusägen oder Schutzengel aus Wurzelholz. Und meine Versuche, Marmelade selber zu kochen, habe ich zur Freude meiner Familie längst eingestellt.
Zum Glück haben mich die Jugendlichen wieder an etwas erinnert, dass ich zwar schon wusste, dass aber irgendwie verschüttet, vergessen war. Ein gutes Geschenk zeichnet sich nicht unbedingt durch seinen materiellen Wert aus. Und ich muss nicht künstlerisch über mich hinaus wachsen, um anderen eine Freude machen zu können.
Das wertvollste Geschenk so die These der Düsseldorfer Jugend- ist Zeit. Lebenszeit gemeinsam verbracht. Und das möglichst angenehm. Gemeinsam Zeit und Erlebnisse teilen.
Zusammen lachen, reden, tanzen, essen. Und plötzlich merke ich, dass auch ich ganz kreativ werden kann. Plötzlich habe ich ganz viele Ideen, wie ich mit den Menschen, die ich mag, schöne Zeiten erleben kann. Unsere Lebenszeit ist auf der einen Seite das Selbstverständlichste, auf der anderen Seite aber das kostbarste, das wir haben.
Ich finde das eine gute Idee, meinen Lieben das kostbarste zu schenken, das ich habe und gleichzeitig dabei selber zu gewinnen. An Nähe, an Erlebnissen und Erinnerungen.
... es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei... steht ganz am Anfang der Bibel. Stimmt. Gemeinsam Zeit verbringen ist großartig. Nicht nur an Weihnachten. Auch das eine These der Jugend: Schenken nicht nur zu Anlässen, sondern wenns passt, wenn der Zeitpunkt stimmt. Ich wünsche Ihnen viele gute last-minute-Ideen, Ihre Lieben zu erfreuen. Und ich wünsche Ihnen ein großartiges neues Jahr, mit viel gemeinsam mit anderen verbrachter und durchlachter Zeit. Möge Gott Ihnen an Weihnachten und im kommenden Jahr viel Zeit schenken.
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