Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.01.09, Silke Janssen

Jahreslosung 2009 - Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott (Lukas 18,27)

Ein frohes neues Jahr wünsche ich Ihnen. Vor allem wünsche ich Ihnen in diesem neuen Jahr einen starken Partner an Ihrer Seite.

Einen, der Ihnen beisteht, wenn Sie an Ihrer Grenze angelangt sind. Einen, der da anfangen kann, wo Sie aufhören müssen. Wo Sie alles Menschenmögliche getan haben, und es hat zu nichts geführt.

„Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!“ So lautet die christliche Jahreslosung für 2009. Dieser Bibelvers soll Sie das Jahr über begleiten und Ihnen sagen: Wo wir als Mensch nicht weiterkommen, mit dem Rücken an der Wand stehen, da fängt Gott an zu wirken. Wo wir als Menschen nicht weiterkommen, da nimmt Gott das Heft in die Hand.

Wäre ja schön, könnten Sie jetzt denken. Super, dann überlasse ich all meine Sorgen Gott im Himmel, und der macht das dann schon für mich. Ich bin an meinen Grenzen angelangt, also soll Gott das machen, wenn es vollmundig heißt, bei ihm sei es möglich. Könnte man denken.

So ist die Jahreslosung nicht gemeint. Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat. Die biblische Jahreslosung soll vielmehr Mut machen, Gottes Möglichkeiten zu entdecken. Sie soll meinen Blick auf und für die Probleme verändern.

Die Künstlerin Stefanie Balinger hat ein Bild zur Jahreslosung gemalt. Es zeigt eine Brücke, die aus zwei Teilen besteht. Der linke Teil aus Stein reicht nur bis zur Mitte des Bildes. Ein Symbol für mein Tun und Handeln, aber auch für meine Grenze. Mitten drin ist Schluss. Danach geht es auf der steinernen Brücke nicht weiter. Dann aber schließt ein Regenbogen an und führt auf die andere Seite. In der Mitte, genau an der Schnittstelle zwischen Steinbrücke und Regenbogen leuchtet ein Kreuz, sein Querbalken überwindet den Abgrund. Der Querbalken setzt genau da an, wo die steinerne Brücke ihr Ende hat. Wo ich also an meiner Grenze bin. Und setzt da fort, wo der Regenbogen beginnt, wo also Gott auf mich mit seinen Möglichkeiten wartet.

„Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Meine Fähigkeiten, mit Schwierigkeiten umzugehen, werden mit diesem Satz aus der Bibel hinterfragt. Es treten eine Dimension und eine Kraft in mein Leben, die jenseits meiner Möglichkeiten liegen. Die nichts mit dem zu tun haben, was ich kann und bin. Das zu erkennen und zuzugeben, ist der erste Schritt, um die Möglichkeiten Gottes wahrzunehmen. Ihm eine Chance zu geben. Gelassener mit möglichen Tiefen des Jahres 2009 umzugehen. Hoffnung zu haben, wenn wir innerlich am Ende und verzweifelt sind und nicht wissen, wie es weitergeht. Denn bei Gott gelten ganz andere Maßstäbe als bei uns. Um diese Sichtweise geht es in der Jahreslosung 2009.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Sichtweise im neuen Jahr  bekommen. Und dass Sie dieser Vers aus der Bibel durch das Jahr trägt: „Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“


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