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Aufbruch ins Unbekannte
Liebe Hörerinnen und Hörer, in dieser Woche geht das alte Jahr zu Ende und wir brechen auf in ein neues.
Deshalb soll es in den Andachten um das Aufbrechen gehen und was damit zusammen hängt. Wir begleiten den Urvater Abraham bei seinem Aufbruch aus seiner alten Heimat in das fremde Land Kanaan.
Sprecher: Gott sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
Das ist ja etwas, was mir ganz schwer fällt. Loszugehen und nicht zu wissen, wohin. Darauf angewiesen zu sein, dass mir jemand den nächsten Schritt vorsagt. Wie es heutzutage zum Beispiel ein Navigationsgerät im Auto tut. Dem gebe ich eine Adresse ein, von der ich selbst nicht weiß, wo sie liegt. Und dann muss ich mich darauf verlassen, dass mich das Teil dorthin führt. Mir ist es deutlich lieber, ich sehe auf der Karte, wo mein Zielort liegt und weiß wenigstens die Großrichtung, um mich orientieren zu können, falls das Gerät nicht zuverlässig ist oder gar seinen Geist aufgibt. Und was ich gar nicht leiden kann, sind die Anweisungen dieser Maschine. Die mich in freundlichem aber bestimmten Ton ermahnt, doch in 200 Metern abzubiegen, und gleich darauf, ich sei noch nicht abgebogen und jetzt sei die letzte Möglichkeit, abzubiegen. Und das auch, wenn ich meine, schon ganz in der Nähe meines Ziels zu sein und anders viel schneller dorthin zu gelangen.
Ich habe kein wirkliches Vertrauen in ein solches Teil. Es nervt mich. Abraham hatte Vertrauen. In den, der ihm den Weg zeigen wollte, in Gott. Er ist losgegangen, ohne zu wissen, wohin. Aufzubrechen, loszuziehen, das war er gewohnt. Als Nomade. Innerhalb des eigenen Landes natürlich. Das war nichts Besonderes. Aber nicht zu wissen wohin, das war neu. Trotzdem geht er los. Denn Gott hat ihm versprochen, ihm den Weg zu zeigen.
Wir stehen am Übergang zu einem neuen Jahr. Von dem wir mehr oder weniger genau wissen, was es uns bringen wird. Wir haben alle schon viele Jahreswechsel mitgemacht und wissen: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und dennoch gibt es Jahre, da können wir uns vorstellen, was sie bringen werden. Die sind schon verplant noch bevor sie so richtig angefangen haben.
Da ist es schon wahrscheinlich, dass alles so kommt, wie erwartet. Und es gibt andere, da ist es wirklich völlig offen. Manchmal weiß man, es muss sich was ändern. Ich muss losgehen, aufbrechen, aber wohin? Das ist die Frage.
Kann sein, ich suche eine neue Stelle. Werde ich eine finden? Was kommt da auf mich zu? Oder es steht die Pflege an bei einem Angehörigen. Und ich muss das wahrscheinlich übernehmen. Wie regele ich das? Da verändert sich doch mein ganzes Leben. Oder ich gehe in den Ruhestand. Wie wird das sein, den ganzen Tag zuhause, gemeinsam mit dem Partner, der Partnerin? Was für einen Weg finden wir da? Alles offen. Oder zwei Menschen heiraten und beginnen ihren gemeinsamen Lebensweg, von dem auch vollkommen offen ist, wie er verlaufen wird. Das sind die Zeiten, in denen wir nur darauf hoffen und vertrauen können, dass Gott uns führt und er weiß, wo es mit uns hingehen soll. Bei Trauungen singen wir gerne folgendes Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch, eine wunderbare Begleitung auch für den Übergang ins neue Jahr:
Sprecher: Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land. Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt. Er selbst kommt uns entgegen, die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.
Aufbruch ins Unbekannte
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