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Hindernisse
Liebe Hörerinnen und Hörer, nachdem wir jetzt eine Woche lang mit Abraham ins neue Jahr gewandert sind noch eine kritische Frage zum Schluss:
Ob Abraham losgegangen wäre, wenn er gewusst hätte, was in dem versprochenen Neuland alles auf ihn zukommt? Vielleicht würde die Bibel dann doch von Zweifeln bei seinem Aufbruch erzählen. Das war nämlich nicht ohne. Da gab es manches Problem zu lösen. Als erstes kam eine Hungersnot und er musste nach Ägypten, um zu überleben. Dort bekam er Angst, sie würden ihn umbringen, um sich seine überaus schöne Frau zu nehmen und gab sie als seine Schwester aus. Der Pharao nahm sie trotzdem zu sich in seinen Harem. Aber Gott strafte den Pharao dafür. Und der beschwerte sich bei Abraham, dass er ihn belogen hatte. Ganz schön peinlich für Abraham, der deutlich Schwäche gezeigt hatte.
Dann reichte das Weideland nicht aus für die Herden seiner gesamten Sippe und er musste dafür eine Lösung finden. Er trennte sich von seinem Neffen Lot. Zwischendurch verlor er auch mal die Geduld und wollte selbst sein Schicksal in die Hand nehmen. Zehn Jahre nach dem Aufbruch und dem Versprechen Gottes hatten Sarah und er immer noch keinen Sohn. Und sie beschlossen, jetzt etwas nachzuhelfen. Abraham zeugte mit seiner Magd Hagar ein Kind, da war er schon 86 Jahre. Ismael nannten sie ihn. Aber es war noch nicht der von Gott verheißene Nachkomme.
Nach manchen Verwicklungen brachte Sarah schließlich Isaak zur Welt. Da war Abraham schon 100 Jahre, heißt es. Und jetzt am Ende, als seine große Sehnsucht gestillt war, als er seinen heiß ersehnten Sohn hatte, war er kurz davor, ihn wieder zu verlieren und wurde damit von Gott ganz schön auf die Probe gestellt. Opfern sollte er ihn. Wo, das wusste er vorher wieder nicht. Das wollte Gott ihm wieder zeigen, wie einst, als er aus seiner alten Heimat aufgebrochen war:
Sprecher: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und opfere ihn zum Brandopfer auf einem Berg, den ich dir sagen werde.
Gott ließ ihn einen Altar bauen. Und erst ganz zuletzt, als er schon das Messer gegen seinen eigenen Sohn erhoben hatte, durfte er seinen Sohn gegen einen Widder tauschen. Eigentlich eine furchtbare Geschichte, die Gott über weite Strecken als den grausamen, unbarmherzigen zeigt, der erst im allerletzten Moment, nach einer furchtbaren Zeit der Prüfung für Abraham das Ruder herumreißt.
Wir sehen an Abrahams Geschichte: Im Vertrauen auf Gott neue Wege einzuschlagen heißt nicht, dass die immer eben sind. Oder gerade. Auch auf ihnen gibt es Hindernisse, auch sie sind manchmal kurvig. Zweifel gehören auch dazu, ob der eingeschlagene Weg richtig ist. Und manches Mal Rückschläge, die unser Vertrauen in Gott ganz schön auf den Prüfstand stellen.
Ohne solche Hindernisse wird es wohl kaum gehen. Es braucht Kraft und Mut, sich von ihnen nicht aufhalten zu lassen. Denn Abraham wurde nicht zum großen Vorbild im Glauben, weil er alles das nicht gekannt hätte. Oder gar, weil ihn sein Glaube vor all dem bewahrt hätte. Sondern gerade, weil er trotz alledem an Gott festgehalten hat. Dass Sie das mit Gottes Hilfe schaffen, das wünsche ich Ihnen im neuen Jahr.
Hindernisse
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