Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.12.08, Michael Birgden

Adventskranz

Kalt war es in Hamburg im Jahr 1839, besonders für die, die keine Wohnung hatten. Und das waren nicht wenige.

Die aufkommende Industrialisierung hatte mehr und mehr Menschen arbeitslos gemacht. Die Folge war, dass viele Familien ihre Kinder nicht mehr durchbringen konnten. Sie landeten auf der Straße.

Der evangelische Pfarrer Johann Hinrich Wichern hatte sich dieser Kinder angenommen. Verwahrloste Jungen, später auch Mädchen, kamen bei ihm unter im Rauhen Haus. Das Projekt lebte von Spenden. An Weihnachtsgeschenke für die Kinder war nicht zu denken. Es war in der Vorweihnachtszeit. Pfarrer Wichern beschäftige eine Frage: Wie konnte er den Kindern, die bisher auf der Schattenseite des Lebens aufgewachsen waren, das Licht Christi nahebringen?

Da hatte Wichern eine geniale Idee: Auf einem alten Wagenrad befestigte er vier große weiße Kerzen. Die standen für die vier Adventssonntage. Dazwischen steckte er kleine rote Kerzen. Für jeden Wochentag eine. Wenn die Kinder nun zur Andacht in den Betsaal kamen, wurde an jedem Tag eine Kerze mehr angezündet. War es anfänglich noch recht dunkel, wurde er auf Weihnachten zu immer heller. Jahre später fing man an den Kranz mit immergrünen Tannenzweigen zu schmücken: Zeichen der Treue Gottes.

Aus diesem ersten Adventskranz ist, wenn auch in reduzierter Form, unser Adventskranz mit den vier Kerzen entstanden. Er steht heute in fast jedem Haus.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Adventskranz


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen