Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

18.12.08, Michael Birgden

Babyleichen

Immer wieder gibt es Schlagzeilen von Babyleichen - mal in der Tiefkühltruhe, mal im Blumenkasten auf dem Balkon oder wo auch immer.

Frauen, die ihre Neugeborenen gleich nach der Geburt getötet oder haben unversorgt sterben lassen. Richtig, dass diese Frauen vor Gericht kommen. Nicht richtig dagegen, dass sich Justiz und Medien allein über die Mütter her machen. Damit ein Kind entsteht, braucht es bekanntlich immer zwei: Eine Frau und einen Mann. Doch die vermeintlichen Väter werden bestenfalls als Zeugen angeführt, als hätten sie mit der Sache nichts zu tun. Sie hätten nicht gemerkt, dass ihre Frau oder Partnerin schwanger war.

So, so, einen riesen Babybauch nicht mitbekommen?! Vielleicht wollten diese Männer aber auch nur Sex. Unverhütet natürlich. Zur Not kann die Frau das Kind ja wegmachen lassen.

Wenn ich diese Berichte von den immer wieder neuen Babyleichenfunden lese, denke ich an Josef aus der Bibel. Er nimmt Jesus nach anfänglichem Ringen als seinen Sohn an. Ein Kind, das der Überlieferung nach nicht von ihm ist. Er übernimmt Verantwortung, als Mann, als Vater.

Vorbildlich, finde ich.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Babyleichen


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