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Thomas Cook - Ideen muss man haben
Viele gute Ideen sind eigentlich ganz einfach, weil sie auf der Hand liegen. Trotzdem muss man erst mal drauf kommen.
Zum Beispiel ein Schiff bauen mitten auf dem Land, wenn die Zeichen auf Sturm und auf Sintflut stehen, wie damals bei Noah und seiner Arche. Oder auf einen Baum klettern wie Zachäus, der unbedingt Jesus wollte, aber keine Chance hatte, weil er zu klein war. Ohne die Arche hätten Noah und seine Familie nicht überlebt, ohne die Kletteraktion Zachäus keine Sternstunde mit Jesus gehabt, die sein Leben veränderte. Ideen muss man haben.
Wie Thomas Cook im vorletzten Jahrhundert. Die Tourismusbranche feiert morgen seinen 200. Geburtstag. Der Arbeitersohn aus ärmsten Verhältnissen, geboren in einer Kleinstadt in Zentralengland, wurde mit 20 Jahren Prediger einer Baptistengemeinde.
Kurz darauf hatte er eine Idee, die Folgen haben sollte: auf einer gerade eingeweihten Eisenbahnlinie charterte er einen Zug, um über 500 Arbeiter und ihre Familien von der Industriestadt Leicester ins benachbarte Loughborough reisen zu lassen. Ziel war die Teilnahme der Gruppe an einer großen Kundgebung gegen den Alkoholismus, der damals in England ein Riesenproblem war. Hin- und Rückfahrt mit Tee, Rosinenbrötchen und Blasmusik für 1 Shilling: Es war die erste organisierte Pauschalreise, die Geburtsstunde des modernen Tourismus.
Zwei Jahre später schickte Thomas Cook Schulkinder auf Kirchenkosten in die Ferien. Für die Fabrikarbeiter organisierte er Ausflüge in die Midlands, um sie so aus den verqualmten Kneipen an die frische Luft zu holen, wie er sagte, und damit sie auf andere Gedanken kommen als den Alkohol. Aus dem kleinen Reisebüro, das er schließlich gründete, wurde einer der größten Touristikkonzerne der Welt.
Ideen müssten wir haben, auch heute, wo die Zeichen wie bei Noah auf Sturm stehen, wenn wir an die Klimaerwärmung denken, und wo wir dringend Veränderungen bräuchten wie Zachäus, dessen betrügerische Finanzgeschäfte wie ein Kartenhaus zusammenbrachen, als er Jesus begegnete.
Ideen und Veränderungen für das Leben! Es gibt sie! Zum Beispiel Oikocredit, eine ökumenische Entwicklungsgenossenschaft, die an Menschen in armen Ländern Kleinkredite vergibt, um ihnen eine wirtschaftliche Existenz zu ermöglichen, oder die Rentner-Fahrradwerkstatt in Clausthal-Zellerfeld, wo Senioren Jugendlichen beim Fahrradreparieren helfen. In Leverkusen gibt es seit mehr als 20 Jahren Leihomas und Leihopas, die Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützen. In Köln nutzen immer mehr Studenten die Aktion Wohnen für Hilfe: Statt Miete zu zahlen, helfen sie den zumeist älteren Wohnungsinhabern beim Einkaufen, Rasenmähen, Gardinenaufhängen oder Katzefüttern.
Oder wie wärs mit der Aktion Doppelter Espresso? Sie bezahlen zwei bei einem Gastwirt Ihres Vertrauens und einer, ein Espresso oder Capuccino bleibt stehen für jemanden, der sichs nicht leisten kann. Noah und Zachäus und Jesus würden da sicher mitmachen. Und Thomas Cook? Jetzt warten wir darauf, dass sich das Reiseunternehmen zum Jubiläum etwas einfallen lässt: Zum Beispiel kostenlose Allinclusiv-Reisen für Waisenkinder aus Afrika.
Thomas Cook - Ideen muss man haben
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