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Rufmordkampagne
Da hat sich ja einer richtig Mühe gegeben. Da ist ja einer so richtig sauer. Aber offensichtlich zu feige, das im Gespräch zu lösen.
Deshalb hat er diesen Zettel ins Wartehäuschen unserer Bahnhaltestelle geklebt. Fein säuberlich ausgedruckt, Schrifttyp Arial, ca. 16 punkt, damits auch jeder lesen kann:
Hübsche Türkin sucht ihn für geilen Abend und dann kommen einige hier nicht zu erwähnende Details zu diversen Praktiken und Vorlieben. Natürlich wird noch vermerkt, dass Schengül total wahllos ist und es sofort mit jedem umsonst macht. Ist ja klar. Und dann Name und Adresse.
Damit irgendein Schussel bei Schengül schellt und so richtig Ärger bekommt von ihrem Vater und ihren Brüdern. Eine kleine miese Rufmordkampagne und ich ahne, dass der Typ, der das geschrieben hat, genau das was er ihr anhängen will, von ihr nicht bekommen hat. Und da ist er jetzt so richtig sauer. Und Verletzt ist er auch, der arme. Da ist ihm jedes Mittel recht.
Mobbing lässt sich stoppen, indem man die Kette durchbricht. Indem man einfach nicht mitmacht. Denn wer mitmacht, macht sich schuldig. Ich hab den Zettel einfach abgeknibbelt. Unter den irritierten Augen derer, die mit mir auf die Bahn warteten und hab ihn milde lächelnd in die Tasche gesteckt. So einen Mist braucht niemand zu lesen
Sprecherin: Christiane Birgden
Rufmordkampagne
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