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Kommen Tiere in den Himmel? - Gefährten des Lebens
Eine kleine Zeitungs-Redaktion. Auf dem Bildschirm eines Computers ist das Foto einer schwarzen Katze zu sehen.
Unser Kater, sagt der Redakteur und Vater von drei Kindern. stolz. Wissen Sie, dass Tiere schwere Krankheiten und sogar den Tod riechen?, sage ich. In manchen Alten-Pflegeheimen gibt es Tiere. Die sollen den Bewohnerinnen und Bewohner Gesellschaft leisten und tun ihrer Seele gut. Man beobachtet immer wieder, dass sich Katzen zu den Sterbenden legen. Ganz sanft. Zum Beispiel ein Kater namens Oscar, der in einem amerikanischen Pflegeheim zu Hause ist. Wenn sich Oscar zu einem Menschen legt, weiß das Pflegepersonal: Der Kranke hat nur noch etwa vier Stunden zu leben. Umgehend benachrichtigen sie die Angehörigen. Oscar hat sich bislang selten vertan. Der Grund ist wissenschaftlich nachweisbar: Tiere riechen - so wie wir es auch können, wenn wir Sterbende begleiten - den süßlichen Geruch des kommenden Todes. Der rührt von der bereits beginnenden Zerstörung der Körperzellen her. Doch nicht nur das. Man fand heraus, dass Hunde zum Beispiel verschiedene Krebserkrankungen bei Menschen am Geruch diagnostizieren können. Sie erschnüffeln die typischen Stoffwechselprodukte, die die Krebszellen hinterlassen. (nach: Psychologie heute, 35. Jg, Heft 11, November 2008, S. 54f)
Der Redakteur ist interessiert. Unvermittelt fragt er: Sagen Sie, kommen Tiere in den Himmel? Nun hat er mich erwischt. Ich versuche, Zeit zu gewinnen. Der Redakteur hilft mir auf die Sprünge: Ihr katholischer Kollege hat nein gesagt. Weil Tiere keine Seele haben. Aha. Kürzlich war in der Stadtteilzeitung eine Debatte über das Thema gelaufen. Interviewt wurden ein Tierarzt und ein katholischer Geistlicher. Es folgten zahlreiche Leserbriefe. Nun hatte der Redakteur eine evangelische Pfarrerin an der Angel. Ich sehe das anders, sage ich. Ich denke, dass Tiere auch in den Himmel kommen, wie auch immer der aussehen mag, wann auch immer der sein mag. - Warum? - Erstens Gott hat sie geschaffen, er hat sie in die Arche aufgenommen und vor der Sintflut gerettet. Und laut dem Propheten Jesaja gibt es in der so genannten neuen Schöpfung in der Zukunft auch einen Platz für Tiere: `Da werden Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern`, heißt es da. (Jesaja 11,6)
Und Paulus schreibt einmal, dass die ganze Kreatur leidet und darauf wartet, einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen herrlichen Leben befreit zu werden. `Denn wir sehen ja, wie die gesamte Schöpfung leidet und unter Qualen auf ihre Neugeburt wartet`, schreibt er. (nach Römer 8,19-22) In einem hat der katholische Kollege allerdings Recht, sage ich. Eine Erlösung brauchen Tiere nicht. Die Menschen sind - das kann man schon im Schöpfungsbericht nachlesen nach Gottes Ebenbild geschaffen. Sie können sich entscheiden, Gott zu gehorchen oder auch nicht. Das ist ja gleich zu Anfang schon schief gegangen. Was Heil und Erlösung von begangenen Sünden angeht, ist das also ein rein `menschliches` Thema. Doch wenn Tiere auch keine Erlösung brauchen, so brauchen sie dennoch Befreiung. Zum Beispiel von Menschen, die sie quälen. Denn am Umgang mit den Tieren zeigt sich auch die Menschlichkeit. Und mit der ist es oft nicht weit her. Deshalb kann man die alten Ägypter verstehen, die dachten, dass jedes Tier beim Jüngsten Gericht das Recht hat, den Menschen zu verklagen. Übrigens war Martin Luther überzeugt, dass auch Tiere in den Himmel kommen, so wie sein Spitz. Er soll gesagt haben: Und auch für´s brave Belferlein wird einst ein Platz im Himmel sein.
Kommen Tiere in den Himmel? - Gefährten des Lebens
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