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Gottes Handlager
Dem Fröhlichen gehört die Welt, die Sonne und das Himmelszelt - sagt der Volksmund. Wer wünschte sich das nicht - fröhlich sein:
heiter, beschwingt den Sonntag genießen und den Alltag bestehen. Aber nicht jeder ist ein Naturtalent in Sachen Fröhlichkeit und selbst wem das Pfeifen auf den Lippen in die Wiege gelegt ist, weiß: Fröhlichkeit ist mehr als gute Laune.
Heitere seelische Gestimmtheit, innere Zufriedenheit wie kriegt man die und: gibt es einen Freudenstoff jenseits der chemischen Glücksbringer? Nichts gegen diese, gut, dass es die gibt - letzte Rettung bei Depression, Linderung gegen die Finsternis der Seele. Aber fröhlich ist was anderes.
Die Bibel sagt: Gott sei ein Fröhlichmacher: Du macht fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen. Bloß wie geht das? Wie macht er das? Und ist Gott eigentlich selbst fröhlich? Ich meine, wenn er so seine Welt anguckt.
Natürlich, der liebe Gott kann fröhlich sein, wann immer er will, sonst wäre er ja nicht Gott. Aber vielleicht ist er ja zuweilen doch so traurig über den Haß und den Unfrieden in der Welt, dass es ihm schwerfällt fröhlich zu sein vor allem: seine Menschenkinder mit Fröhlichkeit anzustecken.
Ob Gott einen Hund hat? Ja, im Ernst aber warum bloß einen, ganz viele hat er und Katzen, Vögel, Schildkröten, Fische und Meerschweinchen noch dazu.
Tiere machen fröhlich, darum hat der liebe Gott einen Hund, einen ganz bestimmten sogar, der ihn schwanzwedelnd empfängt, wenn der liebe Gott Feierabend macht und wieder mal frustriert ist, weil seine Arbeit auf der Erde so wenig Früchte trägt.
Tiere machen fröhlich, darum hat Gott für den Hundeliebhaber einen Hund geschaffen, eine Katze für die Katzenfreundin, - für den Vogelliebhaber einen Sittich.
Um glücklich zu sein, muß der Mensch sich angenommen fühlen - stimmen Psychologen und Theologen überein. Fröhlichkeit, die mehr ist als ein momentanes Lustigsein, hat darin ihre Wurzel: In dem Gefühl eines unbedingten Ja's zu mir.
Wer Tiere hat, weiß, wie sie uns schon früh am Morgen begrüßen uns zuhören, unseren Einsamkeiten entreißen, zur Gesundheit verhelfen. Wie sie uns auch nach einem verkorksten Tag freudig empfangen uns einfach nehmen, wie wir sind. Natürlich bewahren Tiere nicht vor Stimmungsschwankungen: vor Winter-Blues, Morgenmuffeligkeit und Traurigkeit nach Trennungen. Auch die Niedergeschlagenheit über unser eigenes Versagen gehört zum Leben dazu.
Aber: Unsere tierischen Freunde halten zu uns oder sind zumindest bei uns, teilen unsere Traurigkeiten - und das ist ja meistens schon der erste Schritt ins Licht. Der Dichter Christian Morgenstern hat Recht: Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns Menschen zu vergelten.
Ich glaube, es ist nicht übertrieben, wenn ich sage: Tiere sind Gottes Handlanger sie bringen Gottes Ja zu uns, seine Fröhlichkeit vom Himmel auf die Erde.
Gottes Handlager
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