Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

20.10.08, Dr. Stefanie Schardien

Don’t take your organs to heaven

Ein Aufkleber auf einem parkenden Auto lässt mich auf meinem Weg zur Uni stehen bleiben. Er zeigt nur zwei Sätze: „Don’t take your organs to heaven. God doesn’t need them

there.“ „Nimm Deine Organe nicht mit in den Himmel. Gott braucht sie dort nicht.“ 

Ich streng mich an, cool zu bleiben, aber mir steigen Tränen in die Augen. Vor einem Jahr ist meine Freundin Karin gestorben. Ihre Lunge hat immer weniger funktioniert und sie sollte dringend transplantiert werden. Wie komisch, hat Karin damals gesagt: Jetzt muss ich hoffen, dass jemand stirbt, damit ich leben kann.“ Lungenentzündungen kamen und gingen. Bei einer war Karins Körper dann schon zu schwach. Sie ist gestorben, bevor es eine Spenderlunge gab.  

Natürlich ist es richtig, dass niemand zum Organ-Spenden gezwungen werden kann. Aber viele machen sich schlicht keine Gedanken darüber, bis sie dann plötzlich mal Freunde oder Familie haben, die auf eine Niere oder eine Lunge oder ein Herz warten. Ehrlich gesagt, ging es mir da nicht viel anders. Jetzt steckt der Spenderausweis deutlich sichtbar in meiner Geldbörse. Gut wäre es schon, wenn noch viel mehr Menschen ihre Organe nicht mit in den Himmel nähmen. Zurückschicken kann Gott sie ja nicht.

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag Don’t take your organs to heaven


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